Friedrich zieht gegen die Russen. 215
sc„ fast kein Widerstand entgegengesetzt werden konnte, wäh-rend Fouque in Landshut gegen Deville und der PrinzHeinrich in Schmottseifen gegen Daun große Uebcrmacht zubekämpfen hatten. Nur ein Sieg konnte die ungünstigeLage des Königs verbessern. Es war allerdings sehr frag-lich, ob die Russen würden über die Oder gehen. Monta-zct, der sich in ihrem Lager befand, war überzeugt, daß sieweder Lust hätten zu schlagen, noch über die Oder zu gehen;vielmehr glaubte man, sie würden sich unter dem Vorwändedes Mangels an Lebensmitteln bald zurückziehen. Sicschcucten den König viel zu sehr, um ihn anzugrcifen').Montalcmbcrt war sogar überzeugt, Soltikoff wäre vonCrossen, welches zur Vereinigung mit den Ocstcrreichern vielgelegener war, nur deshalb nach Frankfurt gegangen, umdem Könige auszuweichcn"). Diesem war indessen seineLage unerträglich. Er sah seinen gewissen Untergang vorAugen, wenn sich das große österreichische Heer mit denRussen vereinigte, und war fest entschlossen eine entschei-dende Schlacht zu liefern, weshalb er auch wie früher anseinen Bruder Vorkehrungen für den Fall seines Todes er-ließ. So ging er denn mit seinen 48,000 Mann und 233Geschützen 2^ Meilen unterhalb Frankfurt bei Göritz über 10. u. 11.die Oder, während der Oberst Wunsch zurückblicb, um sichwährend der zu erwartenden Schlacht der Stadt Frankfurtzu bemächtigen und den Russen den Rückzug über die Oder-brücke zu verwehren. Von dem rechten Oderufer bei Frank-furt erheben sich gegen das stäche Oderthal und deren Nie-derung hin steil abfallende, über eine halbe Meile lange,von Morgen gegen Abend hingestreckte Höhen bis über dasDorf Kuunersdorf hinaus, nach den Mühlbergcn hin biszu dem sogenannten Bäckcrgrunde. Diese Höhen sind nochvon zwei tiefen Schluchten, dem hohlen, nachher sogenann-ten Laudonsgrunde und dem Kuhgrunde, quer durchbrochen.
Die höchsten Hügel, die Judenberge genannt, senken sichvon der Oder abwärts, allmählich gegen Kunnersdorf hin,
1) Bei Stuhr II. S. 261, 263 und 261.
2) IVIontuIeiudert II. p. 97.