Wedell gegen die Russen. Schlacht bei Kay. 213
welche Wedell verhindern sollte. Dieser ritt sogleich von sei- 23. Zulincm rechten Flügel aus durch 'einen vor demselben liegendenWald, um die Stellung der Russen zu erkunden, als er,eine Meile von seinem Heere entfernt, die Nachricht erhielt,die Russen wären in einem ziemlichen Bogen um seinenlinken Flügel herum marschirt, um ihm den Vorsprung nachCrossen abzugewinnen. Wedell suchte ihnen sogleich auf derStraße nach Crossen zuvorzukommcn, entschlossen, dem er-haltenen Befehle gemäß, die Russen sofort anzugrcisen, woer sie auch fände. Er fand den russischen rechten Flügel beiPaltzig, durch Wälder, Brüche, Sümpfe und Moräste undüberlegene Zahl von Geschützen gedeckt, auf einem ihm un-bekannten Boden, welcher seinen Truppen die größten Hin-dernisse entgegensetzte, das Heranbringcn der Geschütze ver-wehrte und ein erfolgreiches Vordringen fast unmöglich machte.
Dennoch griff Wedell Nachmittags um 4 Uhr mit großemUngestüm an und als sein erstes Treffen zurückgcschlagenwar, wiederholte er die Angriffe mit allen vorhandenen fri-schen, dann auch mit den zurückgcschlagcnen und ermüdetenTruppen, ebenso hartnäckig als erfolglos, bis in die Nachtund zog sich erst in dieser mit Verlust von mehr als 8000Todten, Verwundeten und Gefangenen und 25 Geschützenvom Schlachtfclde und am folgenden Tage nach Crossen zu-rück. Die Russen, welche ihren eigenen Verlust auf fast5000 Mann angaben, verfolgten ihn nicht, sondern marschir-ten mit ihrem Siege zufrieden auf Crossen und, sehr unzu-frieden dort keine Ocsterreichcr und die ihnen nöthigen Le-bensmittel zu treffen, nach Frankfurt, in dessen Nähe siesich auf den Kunncrsdorfer Höhen lagerten, wo Laudon zu 3. Aug.ihnen stieß.
Während Fouque den wenig überlegten Versuch desGenerals Deville sich der Zugänge zum Gebirge zu bemäch-tigen und den König völlig von Schweidnitz abzuschneiden sehrgeschickt vereitelte, bedrängte Soltikoff den General Daun umVerstärkung. Dieser schickte dazu den General Laudon mit 12bis 18,000 Mann, während General Haddick, mit 20,000Mann vom Reichsheere zu gleichem Zwecke abgerufen, be-reits bei Löbau stand. Der König schickte den Prinzen von