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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Lager bei Hochkirch.

gel litten; denn es kamen täglich 3040, ja in einer Nacht150 Ausreißer aus ihrem Lager zu den Preuffen').

Der König blieb daher bei seiner einmal vorgefaßtenMeinung, Daun werde sich über Zittau nach Böhmen zu-rückziehen, worauf er selbst über Görlitz gerade nach Schle-sien gehen und das von Harsch belagerte Ncisse entsetzenwollte. Indem er sich zugleich auf den ihm bekannten Cha-rakter seines Gegners stützte, hielt er sich für völlig sichervor einem plötzlichen Angriffe, so daß er sogar alle Vorsichts-maßregeln vernachlässigte und die Truppen in der Nachtunangeklcidet in ihren Zelten ruhen ließ. So gab er demzaudernden und fast ängstlich bedächtigen Daun durch seinenUebcrmuth die günstigste Gelegenheit von der Welt zu einervon diesem bisher sorgfältig vermiedenen Schlacht und zueinem fast gewissen Siege. Auf des Marschalls Keith Aeuße-rung, die österreichischen Generale verdienten sämmtlich denGalgen, wenn sie die ihnen so günstige Gelegenheit zumAngriffe vorübergehcn ließen, erwiderte der König:Es seizu hoffen, daß sie die Preussen mehr als den Galgen fürch-ten würden." Weil indessen Daun gar keine Anstalten zumAbmarsche traf, wollte der König die vom Daunschen Heereauf dessen rechter Seite getrennt stehende Heeresabthcilungdes Prinzen von Durlach den 13. October angrcifen, wasdann wegen der schwierigen Verpflcgungsverhältnisse auf den14. October verschoben wurde, als ihm Daun zuvorkam.

Dieser hatte seit dem 10. October die Stellung despreußischen Heeres sorgfältig besichtigt und bei Erkennungder Schwäche derselben sogleich einen Angriff beschlossen.Ohnehin nahmen die Ocsterrcicher allgemein mit Recht dasgeringschätzige Benehmen des Königs für eine große Belei-digung, und cs sprach sich unter den Ofsiciercn öffentlich dieMeinung aus, ihre Generale verdienten alle kassirt zu wer-den, wenn sie eine solche Herausforderung nicht annähmcn.Den König bestärkte Daun in dessen Ansicht, er werde nichtsunternehmen, indem er sorgfältig Schanzen zur Verteidi-gung seiner Stellung aufwerfen ließ. Während Laudon den

I) Keith an seinen Bruder bei Dover III. S. 35.Stenzel, Gesch. d. Preusfisch. Staats. V. 12