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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Herzog Ferdinand von Braunschweig.

gegenseitigen Reibungen führten und leicht große Spannungund Unordnungen hätten veranlassen können.

Wenn den Herzog seine hohe Geburt und die naheVerwandtschaft mit den beiden verbündeten Königen vonEngland und von Preussen bei seiner schwierigen Aufgabeeinigermaßen unterstützte, so that hierzu doch noch weit mehr desPrinzen feiner Takt in der Auffassung der Menschen, seineGewandtheit in deren Behandlung und seine Selbstbeherr-schung in den gefährlichsten Augenblicken; denn diese bewahr-ten ihn nicht nur vor Uebercilungcn, sondern beseitigten aucheine Menge von Schwierigkeiten. Seine offenbar ohne alle Be-rücksichtigung der Person oder seiner selbst,! nur für das allge-meine Beste genommenen Maßregeln und getroffenen Anord-nungen, seine völlige Unparteilichkeit und große Uneigennützig-kcit erwarben ihm die allgemeine Achtung der verschiedenenTruppentheile. Seine ausnehmende Herzcnsgüte dagegen,welche sich nicht nur in höflicher Begegnung, sondern inMiene und Blick ausdrückte, so daß er niemals Jemandhart oder lieblos behandelte, gewann ihm die Herzen.

Als Feldherr zeigte er, wo sich Gelegenheit bot, seinen Muthund ruhige Geistesgegenwart, in dem entscheidendsten Augen-blicke ungestört von jeder Gefahr, richtigen Blick für Wahldes Angriffs, sehr gute Beurtheilung seiner Gegner undgeschickten Takt in der Auswahl seiner nächsten Gehülfcn.So gelang es diesem talentvollen Manne die aus verschie-denen Volksstämmen zusammengesetzten ungebildeten Trup-pen in kurzer Zeit zu einem Ganzen zu verschmelzen, zumGehorsam zu leiten und mit Eifer zu beleben, wie der-selbe kaum in höherem Grade bei dem Heere des Königs zufinden war. Der Herzog hatte vor den ihm gegcnüberstchen-dcn französischen Feldherren voraus, daß weder das engli-sche Ministerium noch der König an sich Einfluß auf dieBewegungen seines Heeres hatten, dessen Leitung ihm viel-mehr ausschließlich überlassen blieb, außer daß ihm zur Be-dingung gemacht war die hannöverischen Lande zu beschützen.Die Billigung des Königs von England, welche ihm nie fehlte,band dagegen die Fürsten, welche Söldner gestellt hatten. Auchvon Friedrich II. war der Herzog ganz unabhängig, obgleich er