118 Buch VIII. Zweites Hauptstück.
Herrn für das zum Wiederauftrcten bestimmte hannoverischeHeer zu ernennen, und mit der Erklärung, daß England dasAcußcrste für ihn thun werde. Der König ernannte, wie csgewünscht wurde, am 28. Oct., also schon 8 Tage vorder Schlachtvon Roßbach, zum Befehlshaber den Herzog Ferdinand vonBraunschwcig, den Bruder des regierenden Herzogs Karl.Dieser Fürst hatte den ersten schlesischen Krieg im Gefolgedes Königs, den zweiten in dessen Heere mitgcmacht undsich in der Schlacht bei Soor sehr hervorgcthan. Als wis- >scnschaftlich gebildeter und zugleich diensteifriger Mann er- Iwarb er die Gunst, und durch das Geschick, mit welchem er iihm gewordene Aufträge auch gegen den Herzog von Riche-lieu vollzogen, das Vertrauen des Königs. Als braunschweigi- lscher Prinz war er, abgesehen von den vortrefflichen Eigen- >schäften, die ihn auszeichnctcn, besonders geeignet zum Ober-befehle über das, wie wir sahen, aus sehr verschiedenen Bc-standtheilen zusammengesetzte hannövcrische Heer. Er begabsich sogleich nach der Schlacht von Roßbach sehr geheimüber Hamburg nach Stade in das Hauptquartier der Han- 'noveraner. Der Herzog von Richelieu stand zwar, nachdemer vergeblich versucht hatte die Hessen in französische Dienstezu ziehen, bei dem entschlossenen Widerstande des Landgra-fen von deren Entwaffnung ab, verlangte aber, weil dasVorhaben den Vertrag von Kloster Sceven aufzuhebcnruchbar geworden war, unter Bedrohung des Landes mitFeuer und Schwert, daß sie vom hannöverischcn Heere ab-berufcn würden. Die Hessen blieben dessenungeachtet beidemselben. Nachdem der Herzog Ferdinand die nöthigstcnVorkehrungen getroffen, schrieb er als Befehlshaber der alliir-ten Armee, wie sie nun genannt wurde, an den Herzog vonRichelieu und kündigte diesem die Erneuerung der Feind-M. No», scligkcitcn an. Der König von England machte die Ur-sachen öffentlich bekannt, welche ihn zur Wiedercrgrcifungder Waffen gegen die Franzosen gcnöthigt'), der Herzog
1) Kriegskanzlci vom Jahre 1757 IV. S. 579. Es erschienen dannnoch sehr viele überflüssige Schriften für und gegen die Aufhebung desVertrages von Kloster Sceven.