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Buch VNI. Zweites Hauptstück.
hkndrä'ngen wolle. Er verbot dem Herzoge ausdrücklich,Rücksprache mit den Generalen zu nehmen, befahl ihm selbstgute Anordnungen zu treffen und jeden General bei Lebens-strafe zur genauen Vollziehung derselben anzuhalten').
Noch ehe dieser Befehl ankam, war der Herzog bereitsbei Breslau geschlagen und hatte das linke Oderufer ge-25. Nov. räumt. Der König erfuhr das in Naumburg am Queis.Er hoffte noch, der alte General Lestwitz werde Breslau aufdas Aeußerste verthcidigen, und befahl dem Herzoge von Be-vern eiligst mit dem Heere nach Breslau zurückzukehren, cskoste was cs wolle, und sich absolut nicht zu ergeben. Balddarauf erhielt er die Nachricht von der Ucbcrgabe Breslausund der Gefangenschaft des Herzogs. „Alle diese Unglücks-fälle haben mich nicht niedergedrückt," schrieb der König sei-30. Nov. nem Bruder Heinrich von Parchwitz aus, indem er ihmNachricht von den Vorgängen gab. „Ich werde mich mor-gen mit dem Bevernschen Heere, jetzt unter Zicten, vereini-gen und dann mit 36,000 Mann geradezu den Feind an-greifen, welcher nicht über 39,000 Mann stark fein kann.Wenn das Glück mich begünstigt, was bis zum 6. Decembcrentschieden sein muß und wozu ich mich mit schwerem Ge-schütze aus Glogau verstärke, so werde ich Breslau undSchweidnitz wieder nehmen und in Schlesien Alles wiederin Ordnung bringen, aber weiter werde ich in diesem Feld-zuge nichts thun können und auch das nur mit vieler Mühck)."
Er hatte seine Anstrengungen verdoppelt. Um sich mitdem geschlagenen Heere vereinigen zu können, war er nichtmehr wie bisher täglich drei, sondern zuletzt vier Meilen mar-schirt. Nach 16 Tagen (einschließlich dreier Ruhetage) warer in dem 41 Meilen von Leipzig entfernten Parchwitz, 7Meilen von Breslau angckommen, ein in solcher Jahreszeitbei den äußerst schlechten Wegen damals unerhört schnellerMarsch. Der Herzog Karl von Lothringen hatte cs ver-säumt ihm den Uebergang über die Katzbach zu verwehrenund so die Vereinigung mit dem Bevernschen Heere, das vonGlogau kam, streitig zu machen, was bei seiner Ucbermacht
1) Bei Schöning Gesch. der Artillerie H. S. 71.
2) Bei Schöning Siebenjähriger Krieg. I. S. 94.