Die Oesterreicher in Schlesien. 93
stark zugesetzt wurde, vertheidigte sich anfangs tapfer. DerHerzog von Bevern beschloß endlich nach langem Hin- undHcrschwankcn den ihn, gegenüberstehenden Herzog von Lo-thringen anzugceifen, um Schweidnitz zu entsetzen, als dieSiegesnochricht von Roßbach ankam. Anstatt diese sofortmit dem dadurch neu geweckten Eifer der Truppen zu be-nutzen, wurde der Herzog wieder unschlüssig. Nun lief auchdes Königs nachgesuchte Erlaubniß zum Angriffe ein. DerHerzog zauderte wieder zwei Tage, und als er dann ebenangreifen wollte, kam den 14. November die Nachricht von derUebergabe der Festung Schweidnitz. Nachdem die Preusseneinen Sturm auf die Außenwerke theilweise glücklich abge-schlagen hatten, verloren der Commandant und der Befehls-haber der Truppen den Kopf und übergaben die Festung mit6000 Mann, 180 Geschützen, großen Munitkonsvorräthenund einer Kasse von 230,000 Thalern. Nun hatten dieOesterreicher einen sichern Waffenplatz, waren Meister desGebirges und der dahin führenden Pässe, und der HerzogKarl konnte, verstärkt durch das Nadasdysche Heer, mit sei-ner Uebermacht von 80,000 Mann den Herzog von Bevernangreifen, welcher ihm mit kaum 30,000 Mann gegenübcr-stand. Dennoch thak er das erst, als ihn der französischeGesandte Montazet dazu antrieb und er die Nachricht vondem Anmarsche des Königs erhielt.
Der Herzog hatte seine Stellung an der Lohe bis zuderen Einflüsse in die Oder möglichst verschanzt und durchVerhaue gesichert. Am 22. November, an einem nebeligenMorgen rückte Nadasdy gegen den linken preussischen Flügelbei Kleinburg an. Zieten warf ihn jedoch durch einen plötz-lichen Angriff zurück, hieb eine Grenadiercompagnie niederund eroberte 13 Kanonen. Nun gingen die Oesterreicher imCentrum an mehren Punkten mit großer Ueberlegenheit vorund drängten die Preussen trotz der tapfersten Gegenwehrzurück, während der rechte preussische Flügel bei Pilsnitz alleAngriffe abschlug, so daß der Herzog eine neue Stellung beiGandau nehmen und sich dort bis zum Einbrüche der Nachtbehaupten konnte. Er eilte nun sehr thätig nach dem sieg-reichen linken Flügel und verabredete dort mit dem General