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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Buch Vlll. Erstes Hauptstück.

glaubte erst daran, als er die preussische Erklärung erhieltund die Truppen auf dem Marsche sah.

Wie früher, so war auch jetzt Maria Theresia der Mit-telpunkt aller feindlichen Bestrebungen, Entwürfe und Aus-führungen gegen Friedrich. Dieser hatte ihr nun durch sei-nen Einbruch in Sachsen eine willkommene Gelegenheit ge-geben, durch ihren Gemahl (den Kaiser) das Reich, , durchdie Pompadour und Ludwig XV. Frankreich und die Schwe-den, durch die Kaiserin Elisabeth Rußland gegen ihn aus-zubictcn. Mit aller Erbitterung einer seit Jahren vielfachverletzten Fürstin, mit der leidenschaftlichen Aufregung, dereneine übrigens edle Frau fähig ist, die sich und ihr Haus inder höchsten Gefahr glaubt, und zugleich mit der staats-männischcn Einsicht einer Fürstin, welche sich drr Zwecke ih-res Hauses bewußt ist, wendete sie alle Kräfte auf, um denlängst gehegten und vorbereiteten Entwurf zur völligen De-müthigung ihres ärgsten Feindes auszuführen.

Sie schrieb dem Könige Ludwig von Frankreich, umihn ganz für sich zu gewinnen: die eigentliche Ursache vonFriedrichs Einfall in Sachsen beruhe in dem Aergcr überihr Neutralitäts- und Verthcidigungsbündniß mit Frankreich,wodurch ihm die Hoffnung genommen sei sie in die Unru-hen Amerikas und in einen europäischen Krieg verwickelt zusehen und dann bei einem von ihm gehofften Einfalle derFranzosen in die Niederlande die günstige Gelegenheit wahr-zunchmen, ihrem Hause den Todesstoß beizubringcn, den seinunversöhnlicher Haß ihr schon seit langer Zeit bereitet habe,zugleich aber seinem unbegrenzten Ehrgeize ein weites Feldzu eröffnen und . ganz Deutschland in Fesseln zu legen. Das-selbe behauptete sie in einem ausführlichen Rundschreiben ge-gen das von Friedrich eingeschlagene Verfahren'). DieHauptschwicrigkcit für Maria Theresia bestand indessen we-niger darin, die mit ihr gegen Friedrich gleichgesinntenFürsten für ihre Absichten zu gewinnen, als deren Mittelzu einem übereinstimmenden Plane und dann zu dessen Aus-

1) Stuhrs Forschungen I. S. 68 angeblich vom 23. September unddas Rundschreiben in den Danziger Beiträgen I. S. 400.