Druckschrift 
5 (1854) Von 1756 bis 1763
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

2

Buch VIII. Erstes Hauptstück.

unter dem Herzoge Ferdinand von Braunschweig von Halleaus, in der Mitte unter dem Könige und links unter demHerzoge von Braunschweig-Bevern durch die Nicderlausitzdie sächsischen Grenzen unter Zusicherung preussischcn Schuhesund Sicherheit für Handel und Wandel, und vereinigte sich iSept. ohne Widerstand zu finden am 10. September bei Pirnazur Einschließung des sächsischen Heeres. Es marschirtcjedoch immer noch zu langsam, um die sich eilig vor ihmzurückzichenden Sachsen überfallen und gefangen nehmen zukönnen.

In Dresden war bei dem Anrücken der Preusscn diegrößte Verwirrung. Das sächsische Heer, im Lande zerstreut,stand auf 18,000 Mann zurückgcbracht seit fast zehn Zährenauf dem Friedensfuße. Der Graf Brühl hatte cs nach demDresdner Frieden den Engländern vcrmiethcn wollen, wasFrankreich verhinderte, indem es dem Kurfürsten drei Jahrejährlich 2,000,000 Francs zahlte. Es befand sich bei derunglaublichen Nachlässigkeit und Verschwendung des Hofesund des Grafen v. Brühl, welcher bei der Schwäche desKönigs August die gesammte Leitung des Staates und desHeeres in seiner Hand hatte, in der übelsten Verfassung,ohne alle Erfordernisse zum Marsche und zum Feldzuge.Bei den sich immer mehrenden Nachrichten von den Rü-stungen der Preusscn hatte zwar der Feldmarschall Rutowskischon im Anfänge des Juni auf Vorkehrungen zur Verthei-digung Dresdens, Wittenbergs, des Sonnensteins bei Pirnaund des Königsteins gedrungen und einen Plan zum Rück-züge des sächsischen Heeres in ein Lager bei Pirna eingereicht,er hatte bei den immer drohenderen Anzeichen im Anfängedes Juli wiederholt vorgcschlagcn, das Heer und die Fe-stungen in Vcrtheidigungsstand zu setzen, und es wurdennun auch die Beurlaubten eingcrufen; allein während Brühlmit seiner über 100 Personen betragenden Dienerschaft dasGeld vergeudete, wurden bis zum 24. August zu außer-ordentlichen Rüstungen, zur Befestigung des Königstcinsund den Arbeiten im Zeughause nur 4500 Thlr. verwendet.Noch in der Mitte des August mangelte es dem Heere anallem Nothwcndigcn. In Dresden wurden 500 Geschütze