Rüstungen Friedrichs II-
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so werde die Hauptlast des Krieges auf dessen Verbündetefallen. Er sagte das dem englischen Gesandten Mitchel nachMittheilung der Nachrichten, die er erhalten und der Gründe,die er für seinen Entwurf hatte. Mitchel stellte ihm vor,Oesterreich wolle ihn vielleicht nur reizen den ersten Schlagzu thun, um dann Rußlands und Frankreichs bundesgemäßenBeistand in Anspruch zu nehmen. Als er hierauf den Königscharf ansah, so sagte dieser heftig: „Glauben Sie, daß ichmir werde Nasenstüber geben lassen? Bei Gott, das werdeich nicht leiden!^ Zn der That hatte Mitchel nicht Unrecht,und der König wusste auch sehr wohl, daß Kaunitz wünschte,
Friedrich möchte den Krieg anfangen, damit auf diesen allesGehässige des Angriffs fiele, und namentlich Frankreich ganzauf Oesterreichs Seite träte. Friedrich dagegen rechnete aufeine starke Partei unter den Ministern, welche gegen Oester-reich und für ihn, das heißt für das alte System der franzö-sischen Politik in Deutschland war.
Obwohl ungern und ohne einen Erfolg zu erwarten,allein jedenfalls zum Beweise, wie abgeneigt er dem Kriegesei'), befahl er dennoch auf Mitchels Rath seinem Gesandten l8. Juli-am wiener Hofe, v. Klinggräff in freundlicher Weise Aufklä-rungen über den Zweck der österreichischen Rüstungen zu ver-langen und ob diese vielleicht gegen ihn gerichtet wären. Kling-gräff theilte das, um eine Audienz bei der Kaiserin zu er-halten, an Kaunitz mit. Auf dessen Rath erwicderte MariaTheresia dem Gesandten, welcher zugleich den lebhaften Wunschdes Königs ausdrücktc, mit ihr in gutem Vernehmen zubleiben, indem sie die Antwort ablas, welche sie schriftlich in W.Zuli.der Hand hielt, weil sie bei der Zartheit des Gegenstandesjedes Wort abwägen müsse: Die bedenklichen Umstände derallgemeinen Angelegenheiten hätten sie bewogen, die Maßre-geln für unumgänglich nothwendig anzusehen, welche sie zuihrer Sicherheit und zur Vertheidigung ihrer Bundesgenossennehme, und übrigens zu keines Nachtheil, wer es auch sei,abzielten, worauf sie, um jede weitere Erörterung zu verhü-
ll) Raumer, S. 70.