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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Bund Oesterreichs mit Frankreich. 395

theilnehmen vermittelst einer ansehnlichen Heeresabthcilung^ und der Bezahlung von Subsidien an Oesterreich. Dieseserklärte sich dagegen bereit, dem Jnfanten Philipp für dessenHerzogthümer Parma, Piacenza und Guaftalla die gcsamm-ten österreichischen Niederlande zu überlassen mit Ausnahmedes Herzogthums Luxemburg, welches mit Chimay und Beau-mont an Frankreich abgetreten werden sollte. Doch solltendiese Abtretungen nicht eher stattsinden, als bis Oesterreich in -den ruhigen und anerkannten Besitz von Schlesien und Glatzgesetzt sein würde. Kaunitz war voller Hoffnung Frankreichwerde auf dieses Angriffsbündniß eingehen, Ludwig XV. warauch zu allem Uebrigen bereit, nur lehnte er cs ab, angriffs- 1756weise gegen Preussen zu verfahren'). Kaunitz hoffte noch 29. Juni,immer, seine Absichten auch hier, wenn gleich auf einem Um-wege zu erreichen. Dazu sollte ihm Rußland dienen. DieEngländer hatten zu sicher nicht nur auf den bestochenen Be-^ stuschef gerechnet, sondern auch die Größe des Einflusses des-selben auf die Kaiserin überschätzt. Diese war jedoch nur zu> lange von Oesterreich und von England selbst gegen Friedrich II.l gereizt, so erbittert über denselben, daß sie sich schon im Ok-tober 1755 bereit erklärte, Preussen ohne alle weitere Unter-handlungen bei der ersten günstigen Gelegenheit anzugreisen.

Ein Beschluß des Senats hatte auf Grund des früheren Se-natsbeschlusses vom Jahre 1753 es von Neuem als Grund-maxime für die Zukunft festgestellt, jeder Vergrößerung deSHauses Brandenburg mit aller Kraft Widerstand zu leisten,und zu diesem Zwecke sich in die nöthige Verfassung zusetzen"). Die Kaiserin nahm daher auch die Anzeige despreussisch-englischen Neutralitätsvertrags sehr übel auf"). Le-! diglich um die englischen Subsidien fortzubeziehen ratisicirtesie das mit England am 30. September 1755 abgeschlossene

1) Neue Actenstücke S- 25 u. 32. Daß selbst die Sachsen nichtrecht an eine wirksame Theilnahme Frankreichs glaubten, zeigt dasSchreiben Flemming's an Brühl v. 12. Juni, in welchem er seine Unter-redung mit Kaunitz mittheilt, kslutation Beilage X.

2) kekutation Beilage VI. und Oeuvre« 1. IV, p. 70.

3) Raujmer S. 305. am 16. Februar 1756.