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Buch VH. Dreizehntes Hauptstück.
eingehe, so könne es mit ihm nicht mehr im Einverftändnißwirken und das bisherige Staatensystem Europa's werde zuGrunde gehen'). Maria Theresia antwortete empfindlich mitGegenvorwürfen. König Georg erklärte, er wolle sich mitAum. Oesterreich in keinen Federkrieg einlaffen und wendete sich anden König von Preußen.
Friedrich II. wünschte aufrichtig, einen Krieg zu ver>meiden. Er hatte in den beiden ersten schlesischen Kriegen dieGefahren desselben und den Wechsel des Glücks zu genaukennen gelernt, um das von Neuem aufs Spiel zu setzen,was er mit so großen Anstrengungen errungen hatte. Ersah wohl ein, daß er durch einen Krieg selbst im glücklichenFalle wenig gewinne, wohl aber im unglücklichen Falle sehrviel, ja fast Alles verlieren könne. Jede wesentliche Ver-größerung seiner Macht würde selbst die Eifersucht seinerVerbündeten geweckt haben, rund daß er mit seinen Mittelnnicht im Stande sein werde, Oesterreich völlig niederzudrücken,begriff er ebenfalls sehr gut.
Das bildete die Grundlage seiner Handlungsweise. Ersuchte bei den entstehenden Verwickelungen der europäischenMächte ernstlich für sich den Frieden zu erhalten, war aberallerdings auch fest entschlossen, um keinen Preis die Stellungwieder aufzugeben, welche er durch die Erwerbung und sieg-reiche Behauptung Schlesiens eingenommen hatte.
Er wußte natürlich sehr wohl, daß ihm Maria Theresia nuräußerst ungern Schlesien im breslauer Frieden überlassen unddaß sie nur durch seine schnell aufeinanderfolgenden Siege mJahre 1745 gezwungen worden war, in die Abtretung dieserProvinz von Neuem einzuwilligen. Er konnte nicht daranzweifeln, daß sie wünsche, unter günstigen Umständen dieGelegenheit wahrzunehmen, ihm Schlesien wieder zu ent-reißen und ihn wo möglich so zu schwächen, daß er dem HauseOesterreich weiter keine Besorgnisse erwecken könnte.
Von Wünschen zu eigentlichen Absichten, von diesen zubestimmten Entwürfen und von Entwürfen zu deren Aus-führung schien aber ein so weiter Weg zu sein, daß Fried-
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I) Coxe^LH. IV. S. 249.