Neue Rüstungen.
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sondern Friedrich in eine völlig untergeordnete Lage zurück-bringen, welche es ihm unmöglich machte, ihr gefährlich zuwerden. Das war ihr eigentliches Ziel, welches zu erreichen,sic kein Opfer scheute.
Zuerst bot sich Rußland als Bundesgenosse dar. Diewollüstige, eitle und träge Kaiserin Elisabeth hatten Fried-richs Sarkasmen erbittert und von Seiten Oesterreichs wurdeAlles aufgeboten, durch gehässige Mittheilungen über denKönig diese Stimmung fortwährend zu nähren. Der Kanz-ler Bestuchcf, der bei der Unthätigkeit der Kaiserin die Staats-angelegenheiten leitete, ein äußerst habsüchtiger, daher auchder Bestechung zugänglicher Manu, soll misvergnügt gewor-den sein, weil er bei dem Abschlüsse des dresdner Friedensvon Friedrich kein Geschenk erhalten '). Wahrscheinlich wirkteauch englisches Gold auf ihn. Jedenfalls war er Friedrich II.seitdem sehr entgegen. Es gelang daher Maria Theresia sehr 174 gbald, ein enges Verth eidigungsbündniß mit Rußland zu 2 . Juni,schließen, woran sie seit dem Ausbruche des zweiten schlesischenKrieges vergeblich gearbeitet hatte. Zum Beitritte sollten Englandund Polen, und wenn diese sich weigern, wenigstens Sachsencingcladen werden. In einem geheimen Artikel erklärte MariaTheresia, den dresdner Frieden halten zu wollen, alleinwenn der König von Prcusscn sie oder Rußland, oderPolen angreifen würde, so sollten ihre Rechte auf Schlesienund Glatz und die Gewährleistung Rußlands dafür wiederin Wirksamkeit treten und jeder der beiden Theile 60,000Mann, Rußland auch eine Flotte zum Beistände der Ange-griffenen bereit halten ^). Ohne Zweifel war Maria Theresiaberechtigt, Schlesien wieder zu nehmen, wenn Friedrich sie
1) Retzow, I. S. 15. Vergleiche auch was Preuß l. S. 434über Friedrich's Ausfälle gegen Bestuchef u. s. w.
2) Zuerst in Moser's Versuch des neuesten europäischen Völker-rechts VHI. S. 164 mit einem Auszuge aus dem geheimen Artikel,bann koussst, kecusil 1. XIX. p. 166 ohne den geheimen Artikel,dann Adelung, V. Beil. 2. Der vierte geheime Artikel in Herz-berg's keaueil, Vol. I. p. 36. daher IVIarten» 8UppI6ment 17 I.p- 272, fehlt aber in der neuen Ausgabe desselben.