Buch VII. Dreizehntes Hauptstück.
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dem die feindselige Gesinnung gegen ihn ausging, und anden sich alle seine Widersacher anschlossen, bildete MariaTheresia. Bei ihr waren persönlicher Widerwille, religiöseAbneigung, erlittener Verlust und politische Interessen aufdas Engste zu immer steigendem Haffe gegen Friedrich ver-einigt. Wie mochte es auch anders sein, wenn sie erfuhr,daß Friedrich aus den schlesischen Domainen zehnmal so vielzog als ihr Vater und insgesammt aus Schlesien jährlichzwei Millionen Thaler mehr erhob, als dieser, daß er da-durch statt 3—4000 Mann, welche Schlesien sonst stellte,sein Heer hatte um 40,000 Mann vermehren können. IhrerAnsicht nach hatte sic Alles das verloren, ihr man cs auf dieungerechteste und zugleich gehässigste Weise gewaltsam entrissen.Es setzte das ja Friedrich in den Stand, sie mit einem immerbereiten Heere von weit über 100,000 Mann jeden Augen-blick zu bedrohen oder gar zu überfallen. Das setzte sieauch fortwährend in Besorgniß und zwischen ihr und Preußenwar auch nach dem dresdner Frieden ein stiller, unausgesetzterKrieg, der sich durch gegenseitige Handelsbedrückungen, Ver-gewaltigungen an den Grenzen und beleidigende Schriftenkund gab. Friedrich sah die Fortschritte der österreichischenWaffen während der Fortdauer des Krieges gegen die Fran-zosen mit lebhafter Besorgniß an und verhinderte die Er-klärung eines Reichskriegs an Frankreich'). Dagegen zögerteMaria Theresia die versprochene Reichsgewährleistung fürden dresdner Frieden zu erwirken, worauf Friedrich erklärte,dadurch, daß Oesterreich das seinem Vater gegebene Ver-sprechen über Jülich und Berg gebrochen, sei die preussischeGewährleistung der pragmatischen Sanktion erloschen').Wichtiger wurden die bestimmten Schritte, welche MariaTheresia that, um Friedrich überall Feinde zu erwecken undsich gegen ihn Bundesgenossen zu verschaffen. Sie selbstwollte den Frieden nicht brechen, aber bei der ersten für sicgerechten Veranlassung nicht nur Schlesien wieder nehmen,
1) Hcldenlebcn, Th. III. S. 123.
2) Adelung VI., S. 52.