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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Voltaire.

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konnte, doch lange noch nicht genug. Er schrieb an Algarotti: 1749,Es ist recht Schade, daß eine so nichtswürdige Seele miteinem so herrlichen Genie verbunden sein kann; allein ichhabe seiner zum Studium der französischen Sprache nöthig.

Man kann Schönes von einem Bösewicht lernen. Ich willsein Französisch, was geht mich seine Moral an."

Voltaire, welcher gerade sehr unzufrieden mit seinemAufenthalte in Paris war, schrieb dem Könige in den zärt-lichsten Ausdrücken, wie sehr er ihn liebe und bewundereund vor Begierde brenne, den großen Mann wiederzusehen.

Auf Einladung des Königs kam er daher, nachdem er erst4000 Thaler Reisegeld erbeten, nach Berlin, erhielt denKammerhcrrn-Schlüssel und den Verdienstorden, um die erschon früher, obwohl vergeblich gebeten, ferner 5000 ThalerGehalt, freie Wohnung auf dem Schlosse, freie Tafel, Die-nerschaft und Equipage.') Voltaire wurde der GrammatikerFriedrichs, sah die Gedichte desselben vor dem Drucke durch,bezeichnte Mangelhaftigkeit des Ausdrucks und gab Ver-besserungen an. Er war nicht nachsichtig, verwarf mancheArbeit Friedrichs ganz und rieth, sie zu vernichten; Mancheshat der König mehrmals umgearbeitet und doch wurde esnoch nicht gut gefunden. Voltaire schlug hier und da um-fassende Veränderungen vor, die der König annahm; Manchesaber erschien dem strengen Richter sogleich vortrefflich. Erwußte das literarische Talent seines königlichen Schülers zuschätzen, er fühlte sich durch dessen Feuer neu belebt.Ichwerde hier das Jahrhundert Ludwigs XlV. vollenden, schrieber, was ich in Paris vielleicht nie gethan hätte." Der Kö-nig gefiel sich in dem Umgänge und Verkehre, mit dem geist-reichen und witzigen Voltaire, obwohl er dessen große Schwä-chen, Eifersucht, Habsucht, Rachsucht theils kannte, theilsnur zu genau noch kennen lernte. Diese wurden bald mitden kleinlichsten und schmuzigsten Armseligkeiten in Verbin-dung nur zu öffentlich, und allgemeines Stadtgespräch, wiesein Proceß mit einem Juden, der von Voltaire durch un-echte Steine übervortheilt zu sein klagte; ferner das wucherische

') Preuß, Th. II. S. 240.

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