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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Die Kirche. 327

preussischen Interesse ergeben zeigten; doch dauerte das nichtlange und schon im Jahre 1754 gestattete er den schlesischenJesuiten, jährlich 15—20 Ausländer für das Bcdürfniß ihrerKollegien und Schulen in Schlesien aufzunehmen.

Wenn er anfangs wohl in Versuchung gerieth, sein Ver-hältniß zum Papste grundsätzlich und folgerecht festzustellen,so kam er doch bald davon zurück. Er wusste, daß das Le-ben Vieles ausgleicht, was die Theorie auseinandcrhält. DerCardinal Sinzendorf, Bischof von Breslau, ein sanfter, fried-liebender und verständiger Prälat, stand, nachdem die erstenunangenehmen Misverftändnisse beseitigt worden waren, mitdem Könige in dem besten Vernehmen, und ging, soviel ihmmöglich war, auf dessen Absichten ein. Ueberall begegneteihm auch der König mit großer Achtung und Auszeichnung,ebenso die königliche Familie, wenn er in Berlin am Hofeerschien. Papst Benedict XIV. war ein ebenso aufgeklärtesals gemäßigtes Haupt der Kirche, welcher die Richtung derZeit und sein Verhältniß zu ihr lebensvoll begriff. Daß erim Anfänge des ersten schlesischen Kriegs auf Oesterreichs An-dringcn in einem Breve an die katholischen Fürsten seinenKummer über die Gefahr für den katholischen Glauben inSchlesien kundgegeben, und sie aufgefordert hatte, deshalb Al-les aufzubieten, um dieses Land dem Hause Oesterreich zuerhalten, hatte nur eine bald vorübergehende Misstimmungbei Friedrich H. erregt. Er hatte deshalb auf Cocceji's Vor-schlag den Cardinal Bischof von Breslau zum Generalvicarder katholischen Kirche für die ganze prcussische Monarchiebestellen wollen, zugleich um ausserhalb aller weitern Berüh-rungen mit dem Papste zu bleiben, der die königliche WürdePreussens noch nicht anerkannt hatte. Der Cardinal war,obwohl ungern darauf eingcgangen, und auf Verlangen desKönigs mit dem Papste darüber in Unterhandlungen getreten.Benedict XIV. hatte sogleich die Gelegenheit wahrgenommen,dem Cardinal seine Freude darüber auszudrücken, daß Fried-rich diesen mit Vertrauen und Achtung beehre, und ihm dieweltliche Gerichtsbarkeit des Bisthums, der Geistlichkeit denGenuß ihrer Einkünfte, und den katholischen Unterthanen völ-lige Glaubensfreiheit gelassen. Er hatte auch unter einigen

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