Friedensanträge.
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er den Franzosen mit Recht, wie diese ihm, und die drohendeHaltung Rußlands machte ihn besorgt. Er war in großerGefahr gewesen und hatte sie besiegt. Er hatte die Wechsel-fälle des Krieges hinlänglich kennen gelernt, um nicht denFrieden zu wünschen. Eben als er den Donner des Geschützesvon Kessclsdorf hörte, wurden ihm Friedensanträgc unter denfrüher von ihm angcbotenen Bedingungen gemacht. Nach demSiege und der Besitznahme Dresdens verlangte er von Sachsennicht mehr. Er hoffte immer noch, cs von Oesterreich abzu-zichen und für sich zu gewinnen. Allein auch die Lage MariaTheresias war nicht günstiger geworden. Die Spanier warensiegreich in Mailand eingezogcn und mit Jubel empfangenworden. Der Krieg mit Frankreich dauerte fort. In Italiengeriet!) sic sogar in Zwist mit dem Papste'). Die Engländererklärten, ferner keine Subsidien zahlen zu wollen, wennMaria Theresia nicht Frieden mit Prcussen schlicsse. DerKurfürst von Sachsen drang in seiner äussersten Noth aufden Frieden, den er ausserdem gezwungen gewesen wäre,ohne Oesterreich abzuschliessen, was dieses verhindern wollte;endlich waren die Finanzen Oesterreichs erschöpft"). Gleichnach der Schlacht bei Kessclsdorf erhielt Friedrich daher einSchreiben des englischen Gesandten Wlliers in Dresden, inwelchem die Bereitwilligkeit Maria Theresias, Frieden zuMessen, bezeugt wurde, wenn der König etwas vom hannove-rischen Vertrage Nachlassen, nämlich ihr einen Theil Schlesiens
1) Der Papst klagte über die Verheerungen der Ocsterreicher, daßMaria Theresia bei dem Einfalle ihres Heeres in das Neapolitanischevon der Inquisition unehrerbietig gesprochen, daß ihr Vater dieses Tri-bunal nur zum Scheine habe in Neapel bestehen lassen, ja was dasHärteste, binnen 28 bis 30 Jahren nur ein Mal im I. 1728 in Neapelein öffentliches ^ut» da Ke gestattet, wobei nur ein Mann und eineFrau lebendig verbrannt worden wären. Maria Theresia Thl. IV. S.731. Es klingt fabelhaft und ich führe eS nur wegen der Quelle an,aus der ich es entnommen.
2) ES musste im Januar 1746 eine allgemeine Kopfsteuer ausge-schrieben werden, um den Krieg mit angeblich 392,000 Mann gegen diebourbonischen Höfe fortzuführen. Adelung V. S. 291.
Stenzel, Gesch. d. Preußisch. Staats. IV. 18