Druckschrift 
4 (1851) Von 1739 bis 1756
Entstehung
Seite
270
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Gewehr unter dem Spielen des deffauer Marsches rückten 6preussische Bataillonen an, wurden aber durch das furchtbareFeuern von fast 30 Geschützen und 7 Bataillonen Fußvolkempfangen, welches ihre Reihen lichtete. Dennoch erklommensie die mit Eis und Schnee bedeckte schroffe Höhe und nah-men 5 Kanonen; aber ein Viertheil der Tapfern waren nie-dergestreckt, sie wichen. Leopold selbst führt sie nochmalsstürmend gegen den Feind vor. Sie drangen in das Dorf.Das mörderische Feuer streckte von drei Grenadierbataillonenüber die Hälfte, von drei andern gegen ein Drittheil nieder.Sie geriethen in Unordnung, bald in wilde Flucht. Sieges-trunken rückte ein österreichisches Bataillon von der Höhe denflüchtigen Preufsen nach, die Sachsen folgten, nahmen achtpreussische Geschütze, hinderten aber ihre eigenen Geschütze amFeuern. Die Oesterreicher lösten sich auf, um die verwundetenund getödteten Preufsen zu plündern'). Da ergriff der alteLeopold unerschrocken und gefasst in der grössten Gefahr dengünstigen Augenblick, ließ ein Reiterregiment einhauen undzugleich alles zur Hand befindliche Fußvolk vorrücken, ver-folgte die nun flüchtigen Feinde bis Kesselsdorf, setzte sichhier fest, nahm die feindlichen Geschütze, während seine Rei-terei sich rechts um das brennende Dorf zog, die Sachsen inSeite und Rücken angriff und zum Rückzuge zwang. Nunrückte auch das gesammte Fußvolk des preussischen linkenFlügels gegen den sächsischen rechten Flügel zum Angriffeheran. Unaufhaltsam drangen die Preussen trotz Eises undSchnees, trotz tiefer und schroffer Felsschluchten und des ver-heerenden feindlichen Feuers mit lautem Siegsgeschrei auf dieSachsen ein, ohne weiter großen Widerstand zu finden. Dasstarke Feuern selbst des ungeschlossen vordringenden preussischenFußvolks brachte die sächsische Reiterei zur Flucht. Nur derEinbruch der Nacht verhinderte die völlige Vernichtung desgeschlagenen Heeres.

Die Preussen verloren in dieser zweistündigen Schlachtgegen 4800 Mann Todte und Verwundete, die Sachsen nuretwa 3000 Mann, allein auch über 6000 Gefangene und

I) Haymann V. S. 45.