Schlacht bei Kesselsdorf.
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hier den Herzog Karl von Lothringen zu erwarten, welcheram 14. Deccmber bei Dresden ankommen wollte, jedoch nichtan das Anrücken des Fürsten Leopold glaubte, vielmehrüberzeugt war, Rutowski werde diesen so lange aufhaltenkönnen, bis österreichische Hülfe käme. Auch auf die Nach- 1745richt von dem wirklichen Anmarsche Leopolds schickte der 15. Dec.Herzog erst einen seiner Adjutanten, um sich durch den Augen-schein zu überzeugen- Dann verlangte er, Rutowski sollesich nach Dresden auf das österreichische Heer zurückziehen,dieser aber wollte seine feste Stellung behaupten, in welcherer dem alten Dessauer mit gleicher Truppenzahl überlegenwar. Der 8—9000 Mann starke Heereshaufen des GeneralGrünne stand ganz getrennt von den Sachsen rechts gegendie Elbe hin, hinter tiefen Schluchten und Morästen, so daßer weder angegriffen werden noch angreifen konnte, links vonihm standen die Sachsen mit einigen Oesterreichern gegen26,000 Mann stark, mit ihrem linken Flügel auf der von28 Kanonen vertheidigten Höhe des Dorfes Kesselsdorf, vorngedeckt durch die tiefe und schroffe Felsschlucht eines Bachesund durch die bedeutende Zahl von 69 Geschützen.
Gegen diese Stellung rückte Leopold mit seinem 33,000Mann starken Heere an. Eben hatte ihm der General Sy-bilski in der Gegend von Schandau mit einem Reiterregimentedrei preussische Reiterregimenter zersprengt und diesen dreiStandarten genommen. Doch gab er nichts auf die Reiterei,sondern vertraute dem Fußvolke. Er besichtigte die Stellungder Sachsen und meinte nur durch Wegnahme Kesselsdorfsden Sieg entscheiden zu können. Auf dieses allein als denSchlüssel der Stellung richtete er sein Augenmerk ohne Rück-sicht auf Grünne, der wie der rechte Flügel der Sachsen ineiner fast unangreifbaren Stellung stand, aber eben deshalbauch nicht vorrücken und die Preußen gefährden konnte. Zueiner Umgehung von Kesselsdorf fehlte die Zeit. Ehe nochsein linker Flügel die ihm bestimmte Stellung eingenommenhatte, griff er wegen der Kürze des sinkenden Tages unver-weilt üm 2 Uhr erst durch Geschützfeuer, dann mit seinemgewöhnlichen: Nun in Gottes Namen! mit stürmender HandKesselsdorf an. Mit großer Unerschrockenheit und geschultertem