meinte, inan müsse durch Rückgabe Baierns an den Kaiserund Schlesiens an Maria Theresia den allgemeinen Friedenherbeiführen').
Während dem rückten 80,000 Mann Preussen als kai-serliche Hülfstruppen in drei Abteilungen, unter Schwerindurch Schlesien, unter dem Erbprinzen Leopold von Dessaudurch die Lausitz, und unter dem Könige durch Sachsen in 1744Böhmen ein. Erst am 16. August hatte der König in Dres- 25. Aug.den um den freien Durchzug anhaltcn lassen, den man ihmgern versagt hätte, doch seine Truppen folgten der Anfrageauf dem Fuße und liessen sich durch keine Protestation auf-halten. Zn den ersten Tagen des Septembers vereinigtensich die drei Heeresabtheilungen, ohne Widerstand gefundenzu haben, vor Prag. Eine Proclamation versprach für diesekaiserliche Hülfstruppen strenge Mannszucht und bedrohteWidersetzlichkeit mit Feuer und Schwerts. Oberschlesiendeckten 20,000 Mann unter dem General Marwitz, welcherin Mähren einfallen und Ollmütz nehmen sollte °). Glatzschützte der unerbittliche Fouque.
Obgleich Maria Theresia schon längst Besorgnisse voreinem Angriffe Preussens gehabt und deshalb auch im An-fänge des Jahres einige Vorkehrungen zur Errichtung einerLandmiliz in Böhmen und Mähren getroffen, auch einigeTruppen in der Oberpfalz zurückbehalten hattet, so war siedoch, vielleicht selbst durch die friedlichen BetheuerungenPreussens beschwichtigt, auf einen so nachdrücklichen Einfallnicht gefasst und die Erklärungen des Königs, denen sogleichder Einmarsch seines Heeres folgte, erregten daher keine ge-
Anzeige der Ursachen, welche Se. Majestät bewogen haben, des Rom.
Kaisers Majestät Hülfstruppen zu senden, mit andern Documenten beiHaymann II. S. 15. Die Erklärungen wurden nicht unter dem Da-tum, welches sie trugen, bekannt gemacht, sondern später, um die Un-ternehmung möglichst geheim zu halten. Maria Theresia II. S. 611.
1) Bei Raumer x. 208 vom 5. August 1714.
2) Haymann II. S. 50. Vergl. überhaupt Histoirs 4s mantewpo ck. X. p. 51 ff.
3) Adelung IV. S. 213.
1) Maria Theresia IH. S. 30 u. 571.