Fortschritte der Oesterreicher.
203
Hangern und Gegnern erhoben und beantwortet wurden, warüberhaupt nichts mehr zu bewirken, viel weniger zu entscheiden. 174 zBald darauf erhielt Friedrich Nachricht von dem Bunde 13. Lept.zwischen England, Oesterreich und Sardinien. Diesen sah erals gegen sich gerichtet an, weil die Verbündeten einanderalle ihre Staaten, die sie befassen, oder vermöge der seit 1703bis?739 geschlossenen Verträge besitzen sollten, gewährleisteten,was er auch auf das ihm seitdem abgetretene Schlesien bezog.
Zugleich war in diesem Vertrage bedungen, der König vonSardinien solle nach hergestellter Ruhe Italiens die Verthei-digung der Lombardei übernehmen, damit Maria Theresiasich einer größern Anzahl ihrer Truppen in Deutschland be-dienen könne, wo doch für sie bei dem damaligen Ueberge-wicht ihrer Waffen kaum noch ein Feind zu fürchten war.
Friedrich bezog das auf sich'). In der Lhat scheint es, alshätte Georg II., nachdem er gesehen, dasi alle seine Bemü-hungen, Friedrich zur Theilnahme an dem Kriege gegen Frank-reich zu bewegen, gescheitert waren, nun bei den glücklichenFortschritten der österreichischen Waffen die Hoffnung gefasst,Frankreich auch ohne Preußens Beistand zu demüthigen unddie Absicht gehabt, diesem dann auch für Maria TheresiaSchlesien wieder zu entreißen"). Wenigstens äusserte LordHyndford, wenn Oesterreich Frieden mit Baiern schließe,werde der grösste Vortheil darin bestehen, daß es Preußenerdrücken könnet. Als Maria Theresia gegen Georg H.darüber klagte, daß sie habe Schlesien abtreten müssen, ant-wortete dieser: was leicht genommen ist, kann auch leichtwieder herausgegeben werden *). In Holland herrschte dieselbeAnsicht vor, Maria Theresia habe das Recht, Schlesien zu-rückzufordern °). Georg II. bewirkte es daher auch, daß Frie-
1) Lttstoirs äs mon temp» el>. IX. p. 33.
2) Er theilte daher auch den Wormser Vertrag nicht mit, obwohler dazu vermöge seiner Gewährleistung der breSlauer Frieden« und feinesBündnisses mit Friedrich vom 18. Nov. 1742 verpflichtet gewesen wäre-8i,toirs äs mon lempz ob. IX. p. 33.
3) Am 9. Juli 1743 bei Raumer S. 191.
4) ülitoirs äs mon tsmp» cd. IX. x. 27.
5) Ranke III. S. 199.