Fortschritte der Oesterreicher.
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rungen unter durchaus nichtigen Vorwänden angegriffen, ihrdann im Kleinschnellendorfer Vertrage Niederschlesien abgenö-thigt, nachher ohne Rücksicht darauf Mähren und Böhmenverheert und dann noch den größten Theil Oberschlesiens unddie Grafschaft Glatz abgedrungen, von wo er mit seinem stetsmarschfertigen Heere jeden Augenblick in das Herz der öster-reichischen Staaten eindringen konnte, was die Königin, welcheihm Alles zutraute, in steter Besorgniß erhielt und sie nöthigte,immer auf ihre Vertheidigung bedacht zu sein; wenn mandazu noch erwägt, daß die bis zur Bigotterie streng katholi-sche Frau den König für einen Freigeist hielt, der zu Allemfähig sei, dann wird man es natürlich finden, daß sie mitder lebhaftesten Erbitterung gegen ihn erfüllt und in ihremBenehmen gegen ihn nicht eben zuvorkommend war. So 1742wurde zwar der schlesische Grenzvertrag zwischen Preussen und 6. Dec.Oesterreich von den beiderseitigen Bevollmächtigten abgeschlossen,allein die versprochene Verzichtleistung der Krone Böhmen aufdas demselben seit fast 400 Jahren einverleibte Schlesien 5 174 zMonate lang verzögert'). Die immer rechtlich gesinnte Frau Mai.wollte zwar den Frieden mit Preussen nicht brechen, sie waraber bereit, jeden Bruch von Seiten Preussens zu benutzen,Schlesien wieder zu erobern und Friedrich möglichst zu de-müthigen'). Georg II. von England hatte zwar MariaTheresia zu deren großem Verdrusse zur Abtretung Schlesiensgedrängt, aber durchaus nicht um Preussens Macht zu erhö-hen, vielmehr lediglich um der Königin dadurch freiere Handgegen Frankreich zu verschaffen. Die beiden durch Bande desBluts und der Religion so eng verbundenen Häuser Hanno-ver und Preussen waren durch persönliche gegenseitige Abnei-gung khrer Häupter seit vielen Jahren im Zwiespalt undGeorg II. sah als Kurfürst von Hannover jede Erweiterungder Macht Preussens mit nicht geringerer Eifersucht') an als
1) Heldenleben H. S. 952.
2) Raumer S. 206.
3) Daher Gerücht zu Ende der Jahres 17-13 von einem BundeMaria Theresias mit Georg II., daß Franz Kckser werden, OesterreichBaiern erhalten, dagegen Ostende an den König Georg abtreten unddieser noch für aufgewendete Kriegekosten die zu säcularisirenden Biethü-