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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Buch VIl. Zehntes Hauptstück.

seiner Feinde gleichmäßig gedemüthigte Fürst seitdem auf guteWeise Frieden zu schließen. Er sah wohl ein, daß sein Hausdie Kaiserwürde nicht für immer werde behaupten könnenund begriff, daß man ihm Böhmen oder andere größereösterreichische Länder nicht aus die Dauer lassen werde. Da-gegen wollte er auch nicht völlig in seine frühere Lage zurück-treten. Er kam daher seit dem breslauer Frieden auf denGedanken, sich mit Oesterreich, einem Theile von Tyrol unddes an Baiern grenzenden Böhmens zu begnügen, dazu einigeReichsstädte und ein halbes Dutzend einzuziehender Bisthümerzu schlagen, um das Ganze dann als Königreich mit etwa6 Millionen Einkommen zu besitzen und 40,000 Mann Trup-pen halten zu können. Friedrich II. wollte nicht auf dochimmer zu ausgedehnte Forderungen an Oesterreich cingehen,desto mehr sagte ihm der Gedanke zu, den Kaiser durch Ein-ziehung geistlicher Fürstcnthümer zu entschädigen, die er ohne-hin für nachtheilig hielt. Er meinte, das werde nur diehohe katholische Geistlichkeit verletzen, was keine große Rück-sicht verdiene. König Georg II. war ebenfalls nicht gegendie Einziehung geistlicher Fürstcnthümer, desto mehr abergegen die Mediatisirung protestantischer Handelsstädte, wieUlm und Augsburg, zu Gunsten eines katholischen Fürsten.Daß Oesterreich auf den Entwurf des Kaisers eingehen würde,ließ sich kaum erwarten. Es zeigen die bei dieser Gelegenheitgepflogenen Verhandlungen jedenfalls, daß man sich schondamals wieder mit dem Gedanken vertraut machte, Verlusteoder Ansprüche zu Gunsten weltlicher Fürsten auf Kostengeistlicher Herrschaften auszugleichen. Der unglückliche Kaiserwollte sogar gegen Räumung seiner Staaten und Anerken-nung der kaiserlichen Würde statt aller weitern Ansprüchesich mit Vorderösterreich begnügen'). Maria Theresia dachteaber täglich weniger daran, ihm irgend etwas abzutreten;bald darauf wollte sie den Kaiser völlig herunterdrücken und

I) Ranke III. S. 48 aus archivalischen Nachrichten. Vgl. Ade-lung III. S. 261 u- III. 2. S. 84 ff. und Häberlins StaatsarchivVIII. S. 165. Es ist natürlich damals über mancherlei Entwürfe undderen Modifikationen verhandelt worden. Die Oesterreicher hätten denKönig Friedrich gern zum Urheber des Entwurfs gemacht.