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Buch VH. Zehntes Hauptstück.
Beistand erwarten können, während die Hauptmacht derOcsterreicher gegen ihn gestanden und die Ungarn zum Einfallein Schlesien bereit gewesen wären. Das habe ihn genöthigt, anseine eigene Rettung zu denken, wobei er doch immer wün-sche, mit Frankreich in freundlichem Vernehmen zu bleiben.Uebrigens rieth ^er, obwohl nicht im Ernste, zum Frieden,wozu sich auch der Cardinal in seiner Antwort bereit erklärte,indem er des Königs Theilnahme dafür in Anspruch nahmund ihn gewiß nicht ohne die bitterste Empfindung den Schieds-1742 richter Europas nannte').
lS. Juni. Auch gegen den französischen Gesandten Valori rechtfer-tigte und entschuldigte Friedrich sein Verfahren so gut erkonnte und fügte hinzu: „Uebrigens sehe ich mein Bündmßmit Frankreich durchaus nicht für aufgelöst an')." Den Kur-fürsten von Sachsen ermunterte er sogar, bei dem französischenBündnisse zu bleiben und den Krieg gegen Maria Theresiarecht kräftig fortzusetzen, um auch ein Stück Landes zu er-halten'); doch war Friedrich August zu aufgebracht überPreussen und auch des Kriegs gegen Oesterreich, wodurch ernicht mehr hoffen konnte, etwas zu gewinnen, zu überdrüssig,18. Juli, als daß er darauf hätte eingehen sollen. Er trat den bres-lauer Präliminarien an demselben Tage bei, an welchem inBerlin die breslauer Präliminarien in einen definitiven Friedenverwandelt wurden. Seine Truppen nahmen auf ihrem Rück-märsche nach Sachsen sogar die französischen Magazine inLeitmeritz mit und setzten dadurch die Franzosen, welche inPrag ohnehin Mangel litten, in große Verlegenheit'). DerKurfürst zeigte sich selbst bald zu einem Bündnisse mit Oester-reich geneigt.
Alle diese Umstände und die Gefahr des französischenii. Juli. Heeres in Prag machten den alten Cardinal so kleinmüthig,daß er der Königin Maria Theresia unter der Hand den
1) Ristoirs äe n>o» temps cl>. VII. p. 132 u. 131.
2) Vslori 1. p. 165, 285 u. 289.
3) Sächsisches Manifest vom I. 1715. Heldenleben II. S- 738.Dem ist, so viel ich weiß, nicht widersprochen worden. ES lag auchganz in Friedrichs II. Interesse.
1) Vslori 1. p. >69.