Schlacht bei Czaslau.
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reicher eröffnten zuerst die Preussen aus ihren Geschützen dasFeuer, dem die ganze Linie bald folgte. Dann griff dieReiterei des rechten prcussischen Flügels die von ihr überflü-gelte und schon durch das Geschützfeuer erschütterte österrei-chische Reiterei plötzlich an, warf sie und wurde, als sie sichzu weit ausdehnte, von der zweiten Linie der österreichischenReiterregimenter wieder geworfen, was beiden Theilen beidem ausserordentlichen Staube und der Unordnung, welchebei hitziger Verfolgung errungener Vortheile entstand, mehr-mals begegnete. Der wirre Reiterkampf schwankte unentschie-den schwadronenweise hin und her, wobei doch von denPreussen auch zwei österreichische Regimenter zu Fuß zersprengtwurden und mehrere österreichische Schwadronen das Schlacht-feld ganz verliessen, während andere ihrer ungeordneten Rei-terhaufen, hinter das zweite preussische Treffen zerstreut, jabis Kuttenberg vordrangen, doch leicht abgetrieben wurden.
Während dem rückte das österreichische Fußvolk gegenChotusitz vor und drängte die dort fehlerhaft aufgestelltenPreussen zurück. Vergeblich focht auch auf dem linken Flügeldie preussische Reiterei tapfer, sie wurde geworfen und ohnewesentlichen Erfolg sammelte der brave Feldpredigcr Seegc-bart einen Haufen und führte ihn zum nochmaligen Angriffevor. Geschlagen jagten die österreichischen Reiter bis hinterdas zweite preussische Treffen nach, zerstreuten sich aber baldbei der Plünderung des Lagers'). Des Dorfes Chotusitzbemächtigten sich die Oesterreicher nach einem sehr heftigenKampfe, hielten sich jedoch auch hier mit Plündern auf,wovon sie nie abzuhalten waren, steckten endlich das Dorfin Brand und hinderten so ihr eigenes Vorrücken, obwohles ihnen gelang, dem linken preussischen Flügel in die Seitezu gelangen. Doch gewannen die Preussen dadurch Zeit, sich
I) Darüber klagte der Herzog Karl in seinem Schreiben an MariaTheresia. Daß die Reiterei den Sieg entschieden, ist eine durchaus irrigeAuffassung des Ganges der Schlacht. WaS Seegebart betrifft, so er-giebt sich aus dessen von K. R. Fickert Breslau 1849 herausgegebenemTagebuche nicht mehr. Die Hauptsache steht S- 61 in dessen Schreibenan den Professor Michaelis in Halle, welches auch in BerenhorstSNachlasse I. S. 99, obgleich nur im Auszuge, mitgetheilt ist.