Unterhandlungen.
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In dieser großen Bedrängniß suchte die Königin durchden päpstlichen Nuntius den Kurfürsten von Baiern, durchihren Gemahl den Cardinal Fleury, durch ihre Mutter, einegeborne Prinzessin von Braunschweig vermittelst des HausesBraunschweig den König von Preussen bittend und klagendzum Mitleiden zu bewegen, doch vergeblich.
Da erwog Friedrich die Lage der Dinge und deren Folgen.Er hatte unter den damaligen Umständen das Schicksal desHauses Oesterreich in seiner Hand, denn er stand mit einemüberlegenen Heere, nur durch die Neisse getrennt, dem einzigenösterreichischen Heere gegenüber, immer bereit es anzugreifen.Er fürchtete jedoch mit Recht, daß Oesterreichs völligeSchwächung zu Gunsten Sachsens und Baierns nur fürFrankreich vortheilhaft sein würde. Er durchschaute es bald,daß Frankreich weniger darauf ausging, Oesterreich völlig zuvernichten, als es zu einer Macht zweiten Ranges herabzu-bringen und auf dessen Kosten daneben drei einander gleichschwache Staaten zu gründen, welche sammtlich abhängig vonFrankreich sein sollten, oder diesem doch keinen Widerstandentgegensetzen könnten. Das wollte er so wenig, als nebensich Baiern und Sachsen aufkommen lassen, und immer nochlieber neben sich ein mächtiges Oesterreich als ein übermäch-tiges Frankreich dulden. Dazu hatte er bei den Unterhand-lungen, als er noch einen Strich Landes jenseits der Neisseund Glatz verlangte, bemerkt, daß seine Verbündeten ihmdiesen nicht gönnten'). Endlich wusste er sehr wohl, daßder Cardinal Fleury gegen den Krieg war und nur der ehr-süchtigen Partei der beiden Belle-Jsles hatte nachgeben müssen.Er erfuhr, daß sich der Cardinal Fleury gegen AbtretungLuxemburgs und einiger Stücke von Brabant zum Friedenbereit erklärt hattet- So war er auch in dieser Beziehung
1) Der König erfuhr das durch ein Billet, welches Balori fallenließ und der König dann aufhob und las. Uistoire äs mon temp,cd. HI. p. 90. Vergl. Valori I. x. 129. Der das absichtlich gethanhaben will.
2) Es ist das übrigens kaum zu glauben, obwohl es behauptet wird.Wie wenig übrigens die Verbündeten einander trauten, sieht man daraus,daß schon 8. Februar 1741 der spanische Minister bemerkte, Frankreich