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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Buch VII. Sechstes Hauptstück.

noch zu weit zerstreutes Heer nach und nach gegen Nüsse hinenger zusammenzuziehen. Schwerin sollte nach Zägcrndorfrücken und sich mit dem Könige vereinigen, wollte aber liebernoch länger die Quartiere in Troppau und Ratibor behaupten.Keiner wusste etwas von der Absicht und den Bewegungender Ocsterreicher. Der König zog dem Marschall entgegenund traf mit ihm in Neustadt zusammen. Schwerin war invölliger Sicherheit über die Ocsterreicher, von denen er glaubte,sie lägen zerstreut von der ungarischen Grenze bis nach Böh-men und würden zuerst ihn angreifcn. Geschehe das, wasdoch jetzt wegen des im Gebirge gefallenen Schnees unwahr-scheinlich sei, so werde er sie zuversichtlich zurückschlagen können.Das bewog den dadurch ebenfalls unbesorgt gemachten König,bis Zägcrndorf zu ziehen, während er übrigens Anstaltentraf, die Belagerung von Neisse zu eröffnen.

Unterdessen hatten endlich die Ocsterreicher ein ziemlichesHeer am Fuße des mährischen Gebirges zusammengezogen,Truppen von sehr verschiedener Art, Bewaffnung und Ab-stammung, Slaven mehrerer Stämme, Hannaken, Gorellen,Kroaten, ferner Ungarn und einige alte kriegvcrsuchte Regi-menter Fußvolks und Reiter. Den Oberbefehl erhielt derFeldmarschall Neipperg, der zwar eben gegen die Türken nichtglücklich gewesen, aber sonst ein talentvoller und kriegserfah-rener Mann und der Ueberzeugung war, er werde durch einenleichten Sieg den jungen König wieder nach Berlin zu Apollound den Musen schicken'). Mit 15,000 Mann rückte er vonStcrnbcrg in Mähren aus in aller Stille über Eis undSchnee auf sehr schwierigen Wegen an der mährischen Seitedes Gebirges hin über Freudenthal gegen Ziegcnhals undNeisse, während der General Baranyai die Prcussen zwischenZägcrndorf und Troppau beunruhigte und General Lentulusaus der Grafschaft Glatz vordrang. Eben wollte sich derKönig von Zägcrndorf zur Einschliessung nach Neisse hinbe-gcben, als er das durch feindliche Ausreißer zu seiner großenUcberraschung erfuhr. Die Ocsterreicher ständen 10,000 Mann

I) Die Geständnisse de» österreichischen Veteranen II. S. 52, ganzglaubwürdig