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Buch VIl. Sechstes Hauptstück.
denburgische grenzenden Fürstenthume Glogau begnügt haben'),erhielt aber, weil Maria Theresia noch keine sichere Ahnungder ihr von Frankreich drohenden Gefahr hatte, eine völligabschlägige Antwort, mit dem höhnischen Anerbieten: manwolle ihm vergeben und nicht auf Schadenersatz bestehen!Das, sowie überhaupt das stolze Benehmen der Königin, er-bitterte ihn dermaßen, daß er zu dem englischen Gesandtensagte: „Ich will eher umkommen, als von meinem Unter-nehmen abstehen. Die andern Mächte sollen sich nicht ein-bilden, daß ich mich mit Drohungen einschüchtern lasse. Ichwerde zeigen, daß ich eher bereit bin als sie, den ersten Schlagzu thun')." Es trat nun für ihn die nächste Nothwendig-keit ein, auf die Verhältnisse der übrigen europäischen Mächtezu Oesterreich unmittelbar Rücksicht zu nehmen.
Friedrich II. stand, wie wir wissen, bei seinem Regie-rungsantritte allein, ohne durch ein Bündniß mit einer dergroßen europäischen Mächte an sich in seiner Unternehmunggehemmt oder unterstützt zu werden. Es kam ihm darauf an,die Umstände möglichst für sich zu benutzen, ohne sich ab-hängig zu machen. Bei der Unsicherheit der russischen Ver-hältnisse war auf das durch Münnich mit Rußland abgeschlos-sene Bündniß nicht sehr zu rechnen. Wir haben schon er-zählt, daß der Krieg zwischen England und Spanien auchFrankreich in Bewegung setzte. Es war vorauszuschen, daßvorzüglich diese beiden Hauptmächte den tiefliegenden Streitgegenseitiger Eifersucht unter einander nicht allein auskämpfenwürden. Darum drehten sich hauptsächlich die europäischenAngelegenheiten. Der Verbündete der einen Macht war derFeind der andern. Alles Uebrige war Nebensache. Die In-teressen dieser beiden Mächte gaben für die europäische Politikdie Hauptrichtung an. Die Bourbons wollten die alte rivali-sirende habsburgische Macht völlig herabbringen, England sieaber gegen Frankreich aufrecht erhalten. Zn Frankreich gewanndie kriegslustige Partei des ehrgeizigen, für die Größe seines
1) üistoire äs won temp» 6K. II. p 66.
2) Raumer II. S. 107 Bericht vom Ende Januars und AnfängeFebruars 1741.