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4 (1851) Von 1739 bis 1756
Entstehung
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Auswärtige Angelegenheiten. 57

nicht vergessen, daß er dem Hause Oesterreich angehöre, welchesseinen eigenen Vortheil suche und den unabänderlichen Grund-satz verfolge, das Haus Brandenburg eher kleiner zu machenals größer. Mit Frankreich habe er in der letzten Zeit (März1739) einen Vertrag geschlossen, kraft dessen Preussen hoffendürfe, einen Theil des Herzogthums Berg zu erhalten').Frankreich trage schon ein engeres Bündniß an, worauf Frie-drich nur dann cingehen solle, wenn ihm Berg ganz überlassenwerde. Ueberhaupt möge er nie zu eilig Bündnisse abschließen,sich immer gute Bedingungen ausmachcn, vor Allem nie zu-geben, daß man ihm die letzten Absichten einer verabredetenVerbindung verborgen halte und ihn als einen nicht vollkom-men Gleichstehenden behandle. Im Allgemeinen möge erAlliancen lieber vermeiden; sie wären zwar gut für die Mi-nister, welche sie abschlössen und dafür Geschenke erhielten,aber selten tauglich für die Fürsten, weil die wenigsten Trak-tate und Bündnisse gehalten würden °).

Wirklich überkam Friedrich seinen Staat ohne ein Bünd-niß mit andern Mächten. Er hatte die Hand völlig frei.Georg H. bot dem jungen Könige zuerst die Hand zu einerengen Verbindung, wohl schon nicht ohne Rücksicht auf be-vorstehende Ereignisse, seitdem England mit Spanien (1739)in Krieg gcrathen war, welches sich zunächst dem drückendenMisbrauche der Handelsbegünstigungen entziehen wollte, diees im Utrechter Frieden den Engländern hatte einräumenmüssen. Friedrich aber hatte seine Absichten auf die vollstän-dige Erwerbung des Herzogthums Berg gerichtet, wonachsein Vater seit so vielen Jahren erfolglos gestrebt. Von Eng-land konnte er dafür nichts hoffen. Er wendete sich anFrankreich. Der Cardinal Fleury wollte dem Sohne nichtmehr von Berg bewilligen, als er dem Vater nachgegeben.Friedrich glaubte, die Franzosen hielten es für gefährlich, ihmdas Rhcinufer mit Düsseldorf zum Uebergange zu gewähren.Er hoffte nichts mehr von dieser Macht. Nun wendete ersich doch mit Vorsicht England zu, das ein großes Bündniß

1) Zuerst in kurzer Angabe bekannt durch Ranke I. 438.

2) Ranke II. 80 ff.