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Buch VH. Zweites Hauptstück.
Vaterlande hingeben müsse. Zn diesem Sinne habe ich, soviel als mir möglich, gearbeitet, die schleunigsten und geeig-netsten Einrichtungen für das gemeine Beste zu treffen. Ichhabe damit angefangen, die Streitkräfte des Staates um 16Bataillone Fußvolks, fünf Schwadronen Husaren und eineSchwadron Leibwache zu vermehren; dann die Grundlage zuunserer neuen Akademie gelegt, Wolf, Maupertuis und Al-garotti gewonnen und erwarte noch Antwort von s'Gravesande,Vaucanson und Euler. Ich habe ein neues Collegium fürHandel und Manufacturcn errichtet und nehme Maler undBildhauer an. Ich reise nach Preussen, um die Huldigungdort einzunehmen u. s. w. ohne das heilige Oelfläschchen unddie unnützen und frivolen Cercmonien, welche Unwissenheitund Aberglauben eingeführt haben, und welche die Gewohn-heit begünstigt. Meine Lebensweise ist für jetzt noch nichtsehr geregelt. Ich stehe um vier Uhr auf und trinke bis umacht Pyrmonter Brunnen, pflichtgemäß nach Verordnung derFacultät, schreibe bis zehn, sehe die Truppen bis Mittag,schreibe bis fünf Uhr und erhole mich Abends in guter Ge-sellschaft."
Wirklich war das so und zwar regelmäßig genug, nurdaß er eben jeden Tag Morgens die Berichte und Vorträgeseiner Cabinetsräthe und Minister über alle Zweige der Ver-waltung des Staats und seiner Angelegenheiten hörte undsofort Entscheidungen gab oder Erlasse verfügte. In denAbendgesellschaften vorzüglich erging er sich in lebhafter Un-terhaltung und gab sich oft geistvoller Laune hin. Der dä-nische Gesandte Prätorius schrieb (2. October) von Berlinaus: „Um einen richtigen Begriff von der neuen Herrschaftzu geben, so muß ich sagen, daß bis jetzt der König vonPreussen schlechterdings Alles selbst thut und daß, ausgenom-men den Minister von Boden, der Sparsamkeit predigt unddamit ungemeinen, ja noch größer» Eingang findet, als unterder vorigen Regierung, Sc. Majestät keinen Rath von irgendeinem Minister leiden, so daß der Herr von Podewils, jetztder einzige Arbeitsfähige im Departement der auswärtigenAngelegenheiten, nichts zu thun hat, als die ihm aus demCabinet zukommenden Befehle zu cxpediren, ohne daß er über