Regierungsantritt.
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sichtlich der fremden Mächte solle mit guter Behutsamkeitverfahren werden. Einem Buchhändler gab er ein Zeitungs-privilegium. Das Blatt erschien schon im ersten Monateseiner Regierung mit dem Wahlspruche: Wahrheit und Frei-heit, was freilich nicht über ein Jahr dauerte.
Ohngeachtct der großen Zahl und Mannichfaltigkeit derGeschäfte des jungen Monarchen bei seinem Regierungsantritteund bei der ausserordentlichen Vielseitigkeit seiner Bestrebun-gen blieb ihm doch noch Zeit übrig, um zahlreiche Briefe zuschreiben, Verse zu machen, Flöte zu blasen und sich mitgeistreichen und gelehrten Männern zu unterhalten. „Ichhabe kaum Zeit zu mir zu kommen," schrieb er am Ende derersten Woche seiner Regierung (6. Juni) an Voltaire. „Ichhabe unzählige Geschäfte und mache mir noch mehr, dennochbleibt mir immer Zeit genug, Ihre Werke zu bewundern, beiIhnen Belehrung und Erholung zu suchen." Wenige Tagedarauf sagt er demselben in Versen: er müsse jedem Vergnü-gen entsagen, sein Volk, das er liebe, sei von nun an dereinzige Gott, dem er diene. „ Meine Pflicht ist mein höchsterGott!" „Sie sehen, mein werther Freund," fährt er fort,„daß mich mein Geschick noch nicht von der Vcrswuth geheilthat. Ich hatte eine Epistel über den Mißbrauch der Modeund des Herkommens angcfangen, als mich das Herkommender Erstgeburt nöthigte, meine Epistel auf einige Zeit zuverlassen. Ich hätte sie gern in eine Satyre gegen diese Modeselbst verwandelt, doch soll die Satyre aus dem Munde derFürsten verbannt sein. Zwischen zwanzig Beschäftigungenwoge ich und beklage nur die Kürze von 24 Stunden. DasLeben eines Menschen, der nur um nachzudenkcn und fürsich selbst existirt, scheint uns viel vorzüglicher als das Lebeneines Menschen, dessen einzige Beschäftigung sein soll, Andereglücklich zu machen. Entziehen Sie sich nicht länger demDrange, den ich habe, Sie zu sehen. Ende Augusts geheich nach Wesel. Versprechen Sie, dahin zu kommen. Icharbeite mit beiden Händen einerseits an dem Heer, anderer-seits am Volke und den schönen Wissenschaften."
„Ich habe geglaubt," schrieb er wenige Tage später,„daß ich mich seit dem Tode meines Vaters ganz meinem