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Buch VII. Zweites Hauptstück.
Ungnade des jungen Königs erfuhr und dem Volkshasse zumOpfer fiel. Er wurde (leider) ohne weitere Untersuchung ent-lassen, versuchte sich schriftlich zu rechtfertigen und trat, alsdas ohne Wirkung blieb, den König unmittelbar an, wes-halb ihm das verboten und ihm angedeutet wurde, sichkünftig jederzeit zwanzig Meilen vom Hoflager entfernt zuhalten').
Betrachten wir nun die ersten Regierungs- und Ver-waltungsmaßrcgeln, welche durchgehends von dem jungenKönige selbst ausgingen, so bemerken wir darin einen ent-schiedenen Fortschritt zur weitern und vorzüglich freiern Ent-Wickelung der gesammten Staatskräfte und manche nicht un-wesentliche Abweichung von den Grundsätzen des Vaters, dieer doch im Allgemeinen beibehielt.
Der ungewöhnlich strenge Winter des Jahres 1740 hattegroße Verheerungen angerichtet und einen außerordentlichenNothstand zur Folge. Der Chef der Artillerie, General Linger,berichtet (30 Mai) dem sterbenden Könige, daß die Kanonierein Berlin bereits seit drei Tagen kein Brod erhalten °). Die-ser hatte endlich, wahrscheinlich auf Andringen des Kron-prinzen, nachgegeben, daß ein nicht unbedeutendes Quantummonatlich den berliner Bäckern abgelassen werden sollte.Friedrich II. ließ nun sogleich die vollen Vorrathshäuser öffnenund den Armen das Getreide zu sehr mäßigen Preisen ver-kaufen, was der Theucrung abhalf. Für Pommern ließ er800,000 Scheffel Korn in Polen, für die Mark in Mecklen-burg kaufen. Er sorgte dafür, daß in Berlin tausend armeFrauen in warmen Stuben durch Spinnen ihr Brod verdie-nen konnten'). ' Den Jagdbelustigungen that er mehrfachEinhalt, ließ eine große Zahl der früher sorgfältig gehegten,dem Lande so schädlichen Hirsche und wilden Schweine schießenund wohlfeil verkaufen, auch um den hohen Preis des Fleischesherabzubringen. Auch wo er Jagden bestätigte, die sein Vater
1) Heldenleben I. 354 und verbessert II. 51. Preuß Friedrichs II.Jugend 324. Er ist nachher verschollen und soll im Anhaltischen gelebthaben.
2) König V. I. S. 4.
3) Heldenleben I. 368.