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Buch VII. Erstes Hauptstück.
bindung und Trennung von Seele und Körper, Unsterblichkeitder Seele, Freiheit des Menschen, ferner Moral und Politikwaren Gegenstände der gegenseitigen Mittheilungen. Voltaireschickte seine Gedichte, wie der Prinz die seinigen, welcheVoltaire bcurthcilte und auf Fehler gegen Dichtkunst undSprache aufmerksam machte. „Weit entfernt, durch Ihre Be-richtigungen beleidigt zu werden," sagt der Prinz, „sehe ichsic als das sicherste Zeichen Ihrer Freundschaft für mich an."Er drückt überall die edelsten Empfindungen und Grundsätzeaus, sieht Voltaire als seinen Lehrer an, nennt ihn baldseinen theuerstcn Freund, beweist warme Thcilnahme an seinemSchicksale und entwickelt überall einen ebenso erhabenen Geistals liebenswürdiges Herz, daß jeder denkende und fühlendeLeser seiner Briefe von Bewunderung und Thcilnahme er-griffen werden wird.
Alle Schmeicheleien, mit denen ihn natürlich auch Vol-taire überhäufte, verblendeten ihn nicht. „Leuten eines ge-wissen Ranges," schrieb er, „erkennt man den Preis zu,wenn sie die Hälfte, andern, wenn sie das Ganze des Laufeszurückgelcgt haben, entweder weil wir weniger als Anderefähig sind etwas zu leisten, oder weil niedrige Schmeichlerdie unbedeutendsten Handlungen erheben. Der verstorbeneKönig von Polen (August H.) rechnete ziemlich leicht mitgroßen Zahlen, und Alles lobte seine mathematischen Kennt-nisse, während er nicht einmal die Anfangsgründe der Algebrakannte."
Bei aller Bescheidenheit gegen den großen Lehrer wussteer jedoch auch ihm bemerklich zu machen, was seiner würdigsei. Er lobte dessen Mäßigung gegen einen unehrlichen Buch-händler, als allein eines wissenschaftlich gebildeten Mannesund Philosophen würdig. „Alle Schläge," sagt er, „dieman gegen einen niedriger stehenden Feind richtet, verletzenden, welcher sic crtheilt. Rache ist eine Leidenschaft der Be-leidigten, Großmuth ziemt einer schönen Seele."
Von Natur gutmüthig, großherzig und freigebig, vor-züglich aber gefühlvoll und mitleidig bei Anderer Unglück,suchte er doch seine Neigungen und Schwächen zu beherrschen,vernunftgemäß zu handeln, rastlos an seiner eigenen sittlichen