Pausam'as. 95
sehen ist dieß jedem Ephoren sogar gegen einen König gestat-tet.) *) Inzwischen wußte er doch seine Freiheit wieder zuerhalten, ohne übrigens vom Verdachte frei zu bleiben. Denndie Vermnthung erhielt sich immer von ihm, daß er mit demKönig in Verbindung stehe. Es giebt eine Menschenrlaffein Sparta, die man Iloten sHelvteitj nennt, die in großerAnzahl die Felder zu Laccdamon baut und Sclavendienstethut. Auch diese suchte er, wie man glaubte, durch dieAussicht auf Befreiung aufzuwiegel». Da aber für alle dieseDinge kein offenbarer Grund zur Anklage vorhanden war,wodurch er überwiesen werden konnte, so glaubte man übereinen so bedeutenden und berühmten Mann nicht ans bloßeVerdachtsgründe hin ei» Urtheil fällen zu dürfen, sondernbeschloß zu warten, bis die Sache sich selbst entwickeln würde.
4. Indessen erhielt ein junger Mensch ans Argilus"*),der als Knabe Pausanias' Liebling gewesen war, von ihmeinen Brief zum Ueberbringen an Artabazns. Da vonallen Denen, welche mit gleichem Auftrag eben dahin abge-schickt worden waren, Keiner mehr zurückgekommen war, sogerieth er auf den Verdacht, daß Etwas von ihm darin stehenmöchte. Er löste also die Schnüre des Briefs, nahm dasSiegel weg, und sah nun, daß es um sein Leben geschehenseyn würde, wenn er den Brief »verbrächte. Der Brief ent-
*) In den Händen der fünf Ephoren befand sich eigentlichdie höchste Staatsgewalt, und ob sie gleich wieder unterdem Ansehen des Senats standen, so waren sie auf derandern Seite höher gestellt, als die Könige von Sparta,welche dieß nur dem Namen nach waren.
Einer Stadt in Thessalien.