Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
98
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S8

Cornelius Nepos.

XIII.

L y s a n d e r.

1 . Lysander von Lacedämon hinterließ einen «roßen Rnhmden er mehr seinem Glück, als seinen Verdienst.» verdankte.Bekannt ist nämlich die Thatsache, daß er es war, der denAthenern im sechs und zwanzigsten Zahr ihres Krieqes g-geuden Peloponnes eine entscheidende Niederlage beibrachte. Aberunbegreiflich ist die Art, wie ihm dieß gelang. Nicht dieTapferkeit seines Heeres, sondern Mangel an Kriegszucht beiden Feinde» bewirkte jenen Erfolg. Diese verließen, ohneans die Befehle ihrer Anführer zu achten, die Schiffe, zer-streuten sich auf dem Land und fielen so den Feinden indie Hände. So mußten sich die Athener an die Lacedämo-nier ergeben. Stolz auf diesen Sieg überließ sich nun Ly-sander , der vorher schon immer herrschsüchtig und kühn ge-wesen war, so sehr seiner Leidenschaft, daß die Lacedämonierdurch seine Schuld ei» Gegenstand des größten Hasses fürganz Griechenland wurden. Die Lacedämonier hatten näm-lich als Ursache des Kriegs immer die Absicht angegeben, dieherrische Uebergewalt der Athener niederzuschlagen; Lysanderhingegen arbeitete, nachdem er am Fluß Argos die feindlicheFlotte in seine Gewalt bekommen batte, auf nichts Andereshin, als die Obergewalt über alle Staaten zu behalten,während er sich dabei den Schein «ab, hierin im InteresseLacedämvnS zu handeln. Ueberall nämlich hatte er die Au-