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XI.
P h o c i o n.
1. Phocion von Athen war zwar oft Heerbesehlshaber,rind nahm die höchsten obrigkeitlichen Stellen ein z, jedoch isthie Reinheit seines Charakters weit berühmter, als seineLeistungen im Kriegswesen. Von den letzteren erwähnt da-her die Geschichte nichts, während der Ruf von jener großist, daher er auch den Beinamen »der Rechtschaffene*)"erhielt. Er blieb nämlich beständig arm, ungeachtet er ver-möge der zahlreichen, vom Volk ihm anvertrauten, Würdenund Aemter vom höchsten Range sehr reich hätte werden kön-nen. Einst wies er Geschenke des Königs Philipp, welcheeine bedeutende Summe betrugen, von sich. Als ihm dieGesandten zuredeten, sie anzunehmen, und ihn zugleich dar-auf aufmerksam machten, daß er, wenn er auch für seinePerson dieselben leicht entbehren könne, doch wenigstens fürseine Kinder sorgen möchte, denen es schwer werden dürfte,bei einer so großen Armuth, den hohen Ruhm ihres Vaterszu bewahren, so erwiederte er ihnen: wenn sie mir gleichen,so wird das nämliche Gütchen, mit welchem ich es bis zumeiner jetzigen Würde gebracht habe, fle nähren; werden siemir aber nicht gleichen, so wünschte ich nicht, daß ihre Uep-
*) Loims. Nach den Griechischen Schriftstellern ö ^^orv'?.