Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

39

H.

T h c m i st o k l e s.

1. Themistokles war der Sohn des Neokles vonWhen.Dieser Mann hat durch große Verdienste die Fehler wiedergut gemacht, die er in der Jugend begangen hatte; so daßkein Mann über ihn, Wenige ihm gleich gesetzt werden. Dochich muß von vorn anfangen. Sein Vater war Neokles ansvornehmer Familie. Dieser heirathete eine Frau aus Achar-na*), die ikm den Themistvkles gebar. Leichtsinnige Lebens-art und Verschwendung zogen ihm den Unwillen seiner El-tern und von seinem Vater Enterbung zu. Statt ihn nicder-zuschlagcn, erhob ihn Liese Beschimpfung. Ueberzengt, daßnur ein höchst thätigeS L-ben sie wieder anszutilgen vermö-ge, winnete er sich nun ganz den Staate, und bewies einesorgfältigere Aufmerksamkeit für seine Freunde und seinenguten Ruf. Er beschäftigte sich viel in den Gerichtssitzungenüber Prioatsachcn; trat oft vor der Volksversammlung auf;keine Sache von größerer Wichtigkeit wurde ohne ihn verhan-delt und er war es, der immer schnell die nöthigen Maßre-geln fand. Er zeigte dabei eben so viele Gewandtheit in derAusführung, als im Auffinden derselben; indem er, wie Thu-cydides sagt, Len Augenblick richtig benrtheilte und mit schar

*) Acharxa, «in Attischer Flecken, sechzig Stadien von Athen.