Alcibiades. 59
wurde. Er hatte von ihm das Schloß Grunium in Phry-gien erhalten, von welchem er fünfzig Talente jährlicherEinkünfte bezog. Dieses Glück beruhigte den Alcibiadesnicht; es blieb ihm unerträglich, daß Athen überwunden undden Lacedämvniern unterworfen seyn sollte. Alle seine Ge-danken waren daher auf die Befreiung seines Vaterlandes ge-richtet. Allein er sah wohl, daß diese ohne die Hülfe desPersischen Königs sArta.rerxes^I nicht ausführbar sey. Erwünschte ihn deswegen zu seinem Freunde zu machen, undzweifelte nicht an dem Erfolge, wenn er Erlaubniß erhielte,vor ihm zu erscheinen. Er wußte nämlich, daß sein BruderCyrus sich mit Beihülfe der Lacedämonier heimlich zum Kriegegegen ihn rüstete, und war überzeugt, daß diese Entdeckungihn in große Gunst bei ihm sehen würde.
IN. Um die nämliche Zeit, da er mit diesen Planen be-schäftigt war und von Pharnabazus die Erlaubniß zu erhaltensuchte, vor den König zu kommen, schickte Kritias und dieandern Tyrannen von Athen sichere Leute an Lysander inAsien, und ließen ihm erklären, daß keine seiner Einrichtun-gen in Athen von Dauer seyn würde, so lange er Alcibiadesnicht aus dem Wege geräumt hätte. Sollten seine Maßre-gel», die er getroffen, Bestand haben, so müßte er jenenMann verfolgen Diese Umstände bewogen den Spartaner,seinen Unterhandlungen mit Pharnabazus mehr Bestimmtheitzu geben. Er kündigte also Diesem die Abbrechung der Ver-hältnisse zwischen dem König und Sparta an, „wenn ernicht Alcibiades lebendig oder todt ausliefern würde." DerSatrap hatte nicht Festigkeit genug gegen eine solche Erklä-