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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
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Nacht, und entzieht uns alle Labung und Erquickung.»Ich suchte des Nachts auf meinem Lager, den meineSeele liebt, spricht die Braut, ich suchte, aber ichfand ihn nicht.« Es war also Nacht gewordenum sie her, und sie mußte klagen: ich habe den Herrnverloren.

Nacht, in dem Sinne, in welchem die Braut esversteht, ist cs dann für uns geworden, wenn dasGefühl von der beseligenden Nähe des Herrn aus unsverschwunden ist, und unser Herz keinen Geschmackmehr hat von dem lieblichen Wesen zu seiner Rechten.Nacht ist es worden, wenn die Fülle seliger Empfin-dungen und Rührungen in uns vertrocknete und dieLust am Herrn, und dem, was des Herrn ist, inuns ausging. Nacht ist cs worden, wenn das Wort,das wir lesen, uns nicht mehr rührt, wenn die Ver-heißungen, die wir vernehmen, unser Gemüth kalt undunerrcgt lassen, wenn die Predigt, der wir horchen,keinen Genuß mehr bietet, wenn der Gottesdienst, deruns zuvor das freudigste Geschäft gewesen, uns zueiner Last wird; wenn wir den seligen Trieb ver-missen zum Bekennen, und den überschwenglichen,wohlthuenden Drang zum Loben und Preisen, unddie Beschäftigung mit den heiligsten, größten Dingen,unser Herz nicht mehr zerfließen macht in angenehmenRührungen und süßen Gefühlen. Dann ist cs Nachtgeworden. O! des jammervollen Zustandes, da dieNarbe unserer geistlichen Erkenntnis; ihren Geruch ver-loren hat, da die Trauben im Garten des Evange-liums für uns keinen Saft mehr haben, und die Blu-men keinen Duft, und da nnscr Herz ist, wie ein