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4 (1853)
Entstehung
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447
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Periode der Origiualgcuies. Preuße». (Herder.)

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Eben diese Verhältnisse wiederholten sich gleichsam in Weimar, wohinHerder 1775 durch Göthe berufen ward; auch hier wie in Büekebnrgentmnthigten ihn die Verhältnisse und die Hemmungen, die er erfuhr,und er zog sich der Herzogin zu, und auf den kleinern gleich gesinntenKreis zurück, den er und der ihn zu ertragen wußte.

Während Herder so in seinen persönlichen Wirkungskreisen schüch-tern zurücktrat, fuhr er fort in Schriften von sehr verschiedenem wissen-schaftlichen Inhalte die heftigen Anregungen auch in andern Fächernzu geben, wie er sie in der Dichtungskritik gegeben hatte. Durchausreformatorisch schrieb ec einen Aufsatz über das Ideal einer Schuleschon 1709, und begegnete sich hier zu Einer Zeit mit Basedow, dem erdieses Feld überließ. Herder's neue Plane gingen ganz von demselbenBedürfnisse auf dasselbe Ziel aus: die schwerfällige alte Schule machteunter jeder Bedingung eine Erleichterung nothwendig, der todte Betriebder alten Sprachen eine realistische Reaktion. Das Latein wird in die-sem Plane weit hinter das Deutsche und Französische geschoben, und sollnur lebendig betrieben werden; Physik, Moral und alles Sächliche trittdagegen hervor; ausdrücklich sagt Herder hier, daß er über Errichtungeiner Anstalt in diesem Sinne nachdachte. Hier, wie in den ästhetischenSchriften, blickt immer Hamann's Sinnesart und dessen Wunsch, alleVerhältnisse des Lebens und alle Wissenschaften geistig zu durchdringen,hindurch. Die Preisschrift über den Ursprung der Sprache(1770) zeigt ihn in einer Sphäre, in der sich Hamann schon gern um-trieb, und Herder auch später weilte. Er steht hier gegen Condillae,Rousseau, Süßmilch u. A., gleicherweise gegen die materialistischenErklärer und die Vertheidiger des göttlichen Ursprungs der Sprache,und zeigt, daß die Sprache untrennbar von dem Unterscheidungszeichendes Menschen, seiner Vernunft, ist, daß es also eine müßige Frage sei,ob die Sprache von Gott gelehrt ward, da, daS erste Wort von Gottzu vernehmen, dieselbe Vernunft nöthig war, die für sich allein hin-reichte Worte und Sprache zu schaffen. Dies Schriftchen ist eben so geist-reich und selbständig, wie seine erste Conception einer Philosophie derGeschichte (Auch eine Philos. der Geschichte 1774), in der erauf das physiologische Gesetz in der moralischen Welt wies, gesättigtan dem langweiligen Stoffwerk der Bossuet, Jselin und Schlözer. DieseBlätter verhalten sich zu seinen späteren Ideen über die Philosophie derGeschichte, wie Winckelmann's Nachahmung der Alten zu seiner Kunst-geschichte; sie sind ganz indem brausenden, aphoristischen, orakelmäßi-gen Vortrage geschrieben, in dem sich die kühnen Ahnungen, die sich in