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4 (1853)
Entstehung
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14
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14 Wiedergeburt der Dichtung unter dm Einflüssen der religiösen

irgend eine Periode der politischen Geschichte des Altcrthums duldet.Durch die ungeheuren Massen der mittleren Talente hindurch ist dieserplanere Weg allerdings schwerer zu bahnen. Doch sind auch diese mög-lichst um die Hanptführer geordnet worden, waS nur dort schwierigerwar, wo die führerlose Unordnung und die Wirren der literarischen Un-ordnung Selbstzweck der Darstellung wurden.

2. Gottsched und die Schweizer.

Wir stoßen im Verfolge unserer Darstellung zunächst auf eine Pe-riode, die berühmt und berüchtigt genug, und auch ihrem Verlaufe nachhäufig geschildert worden ist^). In diesen Schilderungen ist der innereZusammenhang der Erscheinungen immer zu wenig beachtet worden, sodaß die Kämpfe, die nun zwischen den Sachsen und Schweizern sich ent-spannen, gewöhnlich als ein eitles Spiel nichts bedeutender Kräfte er-scheinen. Daß aber auch hier in dem scheinbaren Chaos Ordnung herrscht,daß auch die Streitigkeiten, die Ansichten, die Leistungen der schwächerenKöpfe in diesen Zeiten der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nichtaußer dem nothwendigen Gang der Dinge stehen, daß sie die bisherigeOrdnung der Dichtungen theilS beschließen, theils die neu vortretendeeinleiten, liegt unS vor Allem ob nachzuweisen. Um auch diesen Gangund die innere Lage dieser nächsten Periode hier übersichtlich anzudeuten,erinnern wir, daß wir in dem Jahrhundert der Reformation die Elementeeiner ächten Naturdichtung, oder, sollen wir Schiller's Benennung be-nutzen, einer naiven Poesie, besaßen. Im 17. Jahrh. verloren wir dieschöpferische Kraft der Phantasie ganz aus den Augen; wir hatten einePoesie der Empfindung, die besonders im geistlichen Liede zu Hause war,und eine andere des Verstandes, die sich im Lehrgedicht, in der Satire,im Epigramme kund gab. Kaum war in der Idylle eine ferne Spur vonschaffendem Dichtuugsgeiste übrig geblieben. Und auch jene Empfin-dungs- und Verstandespoesie war jetzt durch die lange Dauer abgenutztund matt geworden, und zeigte mannichfaltige Merkmale des Siechthums

L) Vgl. Manso, im 8. Bande der Nachträge zu Sicher. I» Danzel'sGottschedund seine Zeit." Leipz. 1848. ist aus zwar weitschichtigcm Material, 47»l> BriefenGottsched'scher Correspondenz, einiges, wie zu erwarten war sehr weniges Neue, vonBedeutung zu Tage gekommen; das Urtheil über Menschen und Dinge ist schwach, derhistorische Sinn deS Verfassers noch schwächer. Wir werden unten nur Einer Probe be-dürfen, um diesen Ausspruch zu erhärten.