u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. — Die Vers. v. Brem. Beitr. 67
dm Gedanken einer Akademie an, er sprach sogar gegen seine dortigenFreunde den Wunsch aus, Erzieher der kaiserlichen Kinder zu werden!Wie das Alles fehl schlägt, muß er sich begnügen, auf das Wiener-Theater in seinem Sinne einzuwirken. Was aber seine Verdienste ansdiesem Gebiete überhaupt angeht, so zerstörte ihm Lessing jede Selbst-täuschung darüber, wenn es dessen noch bedurfte. Denn hier hatte er dieunverdientesten empfindlichsten Kränkungen schon früher erfahren müssen.Er war thöricht genug gewesen, sich mit der Neuber, der Gründerin sei-nes Ruhms zu Überwerfen, als diese eine Uebersetzung seiner Frau gegeneine andere zurückwies. Er tadelte sie nun, da sie ihm auch in anderenPunkten nicht immer nachgab, laut und übertrieben, und bedachte nicht,was es heiße, mit einer Frau Händel anzufangen, die alle Mittel gegenihn hatte, während er keine gegen sie. Sie rächte sich bitter an ihm. Siegab einen Akt seines Cato ins Lächerliche gezogen, sie brachte ihm zumTrotz die Burlesken zurück, und ihn selbst in einem Vorspiel auf dasTheater, unter der Person des Tadlers, im Beisein des Hofs, an demGottsched keinen Gönner hatte, und unter dem Schutze des Gra-fen Brühl. Rost verewigte diese Begebenheit in einer boshaften poe-tischen Erzählung (das Vorspiel 1742), die Bodmer znm Druck be-förderte, und dachte, nachdem er 1744 Sekretär bei Brühl gewordenwar, darauf, Gottscheden und seiner belustigenden „Phalaur" (Schwabe,dem Verfasser der Belustigungen des Verstandes und WitzeS) denGaraus zu machen. Er wollte sie mit Namen aufs Theater brin-gen, weil er fand, daß sie gegen jede Beweisführung und gelehrte Be-kämpfung gleichgültig waren. Er war, obgleich er Gottsched persönlichsogar verbunden war, dessen unversöhnlichster und heftigster Feind, undnoch 1752, als sogar die Oper wieder in Leipzig erschien und Gottschedalso die letzte Frucht seiner theatralischen Bemühungen verloren sah,breitete auch dieses Ereigniß ein ganz persönliches Pamphlet in Knittel-versen, von Rost verfertigt, aus, und Gottsched mußte die Demüthigungerleiden, bei persönlicher Beschwcrdeführnng vor dem Grafen Brühl inAnwesenheit Rost's selbst noch persiflirt und abgewiesen zu werden.
3. Die Verfasser der Bremer Beiträge.
Einer der berüchtigtsten von Gottsched's Schülern und Schildknappenwar I. Joachim Schwabe, der von 1741 an acht Bände Belustigungendes Verstandes und Witzes herausgab, welche die Schwäche der Gott-
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