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4 (1853)
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433
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Periode der Originalgcnics. Preußen. (Herder.)

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zu erkennen. Wie er im deutschen Merkur und in den zerstreuten Blät-tern eine Reihe von morgenländischeu Sagen mittheilte, wie er einzelneBlüten morgenländischer Dichtungen und Sprüche pflückte, wie er, uman höheren Beispielen höhere, edlere Tugenden des Menschen zu lehren,als die Fabel that, von dieser in den Palmblättern zu jenen Erzählungendes Orients überging, die diese feinere Aufgabe mit ähnlicher Einfach-heit lösen, wie er mit seinem gewöhnlichen Sinne Stücke ans der grie-chischen Anthologie wählte und nachbildete, wie er die Sakuntala in derUcbersetznng des edlen Förster (1791) einführte, wie er inderTerpsi-chore (1795) den Balde übertrug, wie er endlich (1801) den Cid be-sang, dies Alles liegt ans diesem Wege. Und dieses letztere Werkchen,das der Nation ein lieber Besitz geworden ist""), erklärt sich schon ganzans den romantischen Neigungen der Zeit, und ans dem Nebergangeunserer vorliebenden Neigungen von der nordischen Poesie zur südlichen,der in Herder sehr deutlich nachzuweisen ist. Zu allen diesen Uebcrtra-gungen drängte Herder'n seine innerste Natur, die der Poesie überallbedurfte und nicht selbst poetisch war, die ihre Genüsse suchte, aber nichtselbständig erschuf. Diesem Triebe gab er Grundsätze hinzu. Er meinte,wir müßten das Fremde erst schätzen lernen, um uns selbst die richtigeStelle anznweiscn; und um das Fremde zu schätzen, müßten wir esrichtig fassen und verstehen. Las er daher einen Dichter, so suchte erjedesmal ihn und seine Bildung ganz zu gewinnen, er verglich ihn mitseinem Volke und seiner Umgebung und mit verwandten Erscheinungen,und kam zum Verständniß des Dichters zugleich mit der Erkcnntnißder jedesmaligen literarhistorischen Verhältnisse. Er meinte die Ge-schichte der Dichtung nicht groß genug nehmen zu können, es reizte ihn,alle Völker in ihrem eigenthümlichen Genius zu belauschen, der sich inihren Poesien am reinsten und frischesten ausspricht. Es war ihm keingeringer Vorzug unserer deutschen Bildung, daß wir mit Orientalen undGriechen, mit den edelsten Geistern Italiens, Spaniens, Frankreichssprechen, und bei jedem seine eigenthümliche Weise zu denken und zufühlen bemerken können, daß wirdie Blüte des menschlichen Geistes,die Dichtung, von dem Gipfel des Stammes jeder aufgeklärtesten Na-tion brechen durften." Wirklich ist dies Herder's großartigste Seite, wie

t!>3) Wer ist hier so jung an Jahren,

Weltgeschicht' und Dichtung fremde,Der verehrend nicht gedächteSolcher Name» Hochgewicht?

Gcrv. d. Dicht. IV. Bd.

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