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4 (1853)
Entstehung
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419
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Periode der Originalgcnies. — Preußen. (Herder.) 44 il

über unsere Behandlung der lateinischen Sprache als Zweck zu klagenhat, denn es spricht hier ein für die Alten Begeisterter gegen den Mis-brauch der Alten, und ein solcher ist immer zu hören.

In diesen Fragmenten hat Herder überall seine Belesenheit in denAlten und besonders im Homer, nnd das Bewußtsein der geistigen Auf-fassung dieses seines Lieblings, auf den er auch später immer gern zurück-kam, im Hintergründe; er urtheilt mit einem gebildeten Geschmack überGeschmackssachen, und ist überall voll anregender Beobachtungen, diedamals nothwendig großes Aufsehen machen mußten. In den kriti-schen Wäldern ist's wieder hauptsächlich dicKenntniß desHomer, dieihm seine Waffen leiht, mit denen er aber diesmal gegen die Kritik,nicht gegen die Dichtung zu Felde zieht; und in diesem Kampfe bewährtsich das Rüstzeug der Phantasie und Empfindung nicht immer von dergleichen Festigkeit. Man wird ihn mit Beifall hören, wenn er den egi-stolao bomeinoae von Klotz (1764) gegenüber, die sich ungefähr zu Ho-mer verhalten wie Wieland'S Noten über Shakespeare zu diesem, dasgerechte Verlangen abermals stellt, daß man bei Beurtheilung des Ho-mer sich in dessen Zeit versetze. Mein Homer, sagt er in der vertrau-lichsten Sprache der befreundetsten Kenntniß, soll sich nicht nach meinerZeit Sitten richten; und er reiht sich hier in der Bekämpfung der fran-zösischen modernen Auslegungen der Alten, im Verwerfen der Mäkeleieneines d'Argenson und Voltaire, ganz an Lessing's Befehdung des gallisch-antiken Dramas an. Er nimmt die Ursitte jenes Zeitalters in Schutz,und die unschuldigen Dichter gegen die „Ehrbarkeitspedanten unsererZeit," er will nicht die Gesetze der Politesse an die Schamhaftigkeit desHomer gehalten haben; auch hier erkennt sich ganz sein Sinn für dieUrsittcn der Völker, der mit ihm ausgewachsen war über seinem Studiumder Bibel, des Homer und Ossian. Nur in Einigem versah er es, alser Lessing entgegentrat, der ihn mit Gründen und Thatsachen zu streitennöthigte, und der ihm in der Auffassung der Alten vielleicht überlegenwar, wenn er auch nicht die Gabe hatte, in Uebersetzungen, Analysenund seinen Auseinandersetzungen das Aufgefaßte so wieder zugeben, wieHerder. Er wendet sich in diesen Wäldern auch gegen den Laokoon, undes ist in der That peinlich, zu verfolgen, wie er nach seinem eigenenGefühle „auf seinem träumerischen Pfade manche richtige und irrige Ge-danken denkt," und mit seiner kritischen Phantasie gleich wieder ver-wirrt, was der reinste Verstand eben gelöst hatte, mit der eifrigstenund fertigsten Ueberredungsgabe wieder umwerfen will, was wir unseben zur Ueberzeugung gesetzt haben. Wir wandeln bei Lessing in lauter

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