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4 (1853)
Entstehung
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Periode der Origiiicilgenics. Preußen. (Herder.)

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und Behagen, und im Sinne jenes alten Weisen wünschte er nicht zuglücklich zu werden. So war seine Derbheit und Geradheit durch Klug-heit geregelt, seine Heftigkeit durch zeitgemäße Demuth, Bescheidenheitund Stille gezügelt. Diese Gaben lernte er in Italien ausbilden. Erlegte dort das Schwärmerische, was er in Deutschland den GrafenBünau und seine nüchternen Freunde offen sehen ließ, ab, er lernte dieschlauen Wälschen schlau beobachten und behandeln, und daran hinderteihn seine Heftigkeit in Liebe und Haß nicht. Wie so viele fremdeKünstler in Rom, ward er auf sein Treiben stolz und auf seinen Na-men; wie so viele deutsche Jtalianizzati liebte er sein Vaterland nurdann, wenn es seiner Eitelkeit opferte, haßte es bitter, wenn es ihr ent-gegentrat, und eS sind die unwohlthuendsten Stellen in seinen Briefen,wenn er sich über einen schlechten Recensenten, oder über das Lob einesschlechten Archäologen und dergleichen Albernheiten glühend ärgerte, dieweit unter ihm hätten sein müssen. In seiner heiteren und lustigen Naturspottete er der Ernsthaftigkeit und Schwerfälligkeit der deutschen Univer-sitätsprofessoren, aber hier in dieser Reizbarkeit und äußersten Empfind-lichkeit benahm er sich ganz wie ein deutscher Professor. Besonders gegenLessing war sein Verhältuiß eigenthümlicher Art; beide Männer standensich so gegenüber, daß unter Umständen das innigste Verhältuiß, oderauch, besonders wenn Lessing nach Italien gegangen und seinen Kunst-studien gefolgt wäre, die bitterste Feindschaft hätte entstehen können. Andiesen Faden reihen wir, was Winckelmann's Hauptschristen für unserepoetische Literatur bedeuteten, an.

Unmittelbare Wirkung hatte seine Jugendarbeit über die Nach-ahmung der Alten (l755) dadurch, daß sie Lessing, wenn nicht den An-laß, so doch die Anknüpfung zu dem Laokoon darbot. Ec schrieb sie nochin Dresden, unter den Einflüssen der Künstler und Kunstkenner, derLippert, Hagedorn u. A., unter denen Oeser ihm, wie Göthen, dasMeiste war, obgleich er gerade an diesem auch gelernt haben wollte,wie wenig ein Künstler außerhalb Italien sein könne; diese Männer desalten Stils hatten Einfluß auf dieses Merkchen und theilweisc auch aufdauernde Ansichten Winckelmann's, wie bildsam und fortschreitend erübrigens war. Daß er schon hier mit entschiedener Stimme des franzö-sischen Geschmackes in Dresden spottete, daß hier schon der Haß gegendie Franzosen durchdrang, die ihm, seit er Rom sah, die schlechtestenzweifüßigen Kreaturen heißen, sowie alle neueren Bildhauer Esel undder Kunstverderber Bernini der größte unter allen, daß er hier schon ausden fein bürgerlichen Anstand der Deutschen herabsah, der aller Freiheit