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Schauspiel. (Lcssing.)
Maschinerie, alle unmittelbaren Eingriffe der Geilheit, alle Wunderkühn leugnen und aufheben, der Wunder größtes, eine Vorsehung,preisvoll verkünden, die die Menschen als ihre Kinder lenkt und keinenSperling ohne ihren Willen fallen läßt.
Der Nathan ist das letzte Werk Lcssing's, die schönste Frucht jenertheologischen Streitigkeiten, in die er gleich nach seiner Entfernung vonden theatralischen Interessen verwickelt ward. Der Plan zu diesem Werkewar schon Jahre lang gemacht, jetzt erhielt er nur eine andere Wendung-,wie sie eben dieser Polemik gemäß war. Wir wollen vorübergehendeinen Blick ans diese Kämpfe werfen, obwohl sie uns streng genommennicht angehen. Sie sind aber in ihren Folgen auch für die Geschichteder Poesie zu bedeutend geworden, theils durch Förderung einzelner dich-terischer Werke, theils durch Hemmung der poetischen Richtungen über-haupt, daß wir sie doch nicht ganz liegen lassen dürften, auch wenn csunS nicht darum zu thun wäre, diesen Schlußstein zu-Lessing's Wirksam-keit und Charakter nicht zu vernachlässigen. Lessing, dem es Grundsatzwar, seine allgemeine Bildung nie zu Gunsten eines einzelnen Zweigeszu lange zu versäumen, hatte sich noch lange nach seinen Studienjahren— ein Zeugniß sind seine Rettungen — nicht allein mit theologischenStudien beschäftigt, sondern auch durch seine schroffe Unparteilichkeit beiorthodoxen Lutheranern einen schlimmen Namen gemacht. Als Biblio-thekar in Wolfenbüttel fand er gleich anfangs den Berengar von Tours,nachher gab er (1774) die viel berufenen Fragmente heraus, die einenHanptstnrm gegen das Christenthum unternahmen, und als deren Ver-fasser man erst spät Reimarus kennen lernte. Im Anfang machte diesWerk gar so viel Aufsehen nicht; erst nach Jahren, als Lessing gegenden Pastor Gocze in Hamburg eine bibliothekarische Ungefälligkeit be-ging, griff ihn dieser Mann mit der heillosen Beschuldigung an, daß erein heimlicher Feind der christlichen Religion und ein katholisircnderLutheraner sei, und er suchte ihn dem Hofe durch die Bemerkung zu ver-dächtigen, daß der Herausgeber solcher Schriften wohl auch andere ver-öffentlichen könnte, die den Gerechtsamen und der Ehre des herzoglichenHauses gefährlich sein könnten. Bald sagte auch das Gerücht, Lessinghabe von den Hamburger Juden 1000 Dukaten für die Herausgabe derFragmente erhalten. Lessing hatte den Hauptpastor in Hamburg ge-kannt; er wußte, daß er eifrig war, aber er hielt ihn für gutmüthig; erbesuchte ihn, weil es ganz zu Lessing's Eigenthümlichkeit gehörte, daß ersich, wie er immer die Partei des Schwächeren zu nehmen liebte, in demdamaligen Streite Goeze's mit dem aufgeklärteren Alberti, neckend auf
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