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4 (1853)
Entstehung
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329
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Schauspiel. (Lcssing.)

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er mit ähnlichen moralischen Vorwürfen, aber mehr mit ästhetischen.St. Evremond und viele Andere liehen ihm hier Worte und Gründe.Die Hamburger widerstanden ihm eine Weile, aber Hudemann bekehrtesich und ging zur Tragödie über; Nffenbach gab ihm in den Augen derGelehrten selbst Waffen in die Hand, da er in seiner Vertheidigung derOper geradezu gegen die Einheiten und Regeln deS Dramas zu Feldezog. Soll nicht alle Regel in der Dichtkunst über den Haufen fallen,schrie Gottsched, so müsse er mit St. Evremond verfechten, daß die Operdas ungereimteste Ding der Welt sei. Sie sei ohne Handlung, ohneCharakter, ohne Einheit, ohne Natur; man lache und weine, man husteund schnupfe nach Noten; wo denn das Vorbild in der Natur sei, dasdie Oper nachahme? Das Hofleben sei das Original des Trauerspiels,das Stadtleben der Komödie, daS Landleben des Schäfcrspiels. DieOper gehe leer aus. Kein Meister ersten Ranges habe Opern gemacht.Als Racine vom König die Anmuthung gestellt ward, eine Oper zumachen, was gegen sein und Boileau's poetisches Gewissen ging, habeApoll noch gnädig dieses Unheil abgewehrt. Zu seinem Glück kam ihmdie Zeit selbst zu Hülfe; das leipziger Opernhaus ging ein, das Ham-burger auch, so auch das bremer, Haller, weißenfelser, und endlich ver-schwand die Oper zuletzt in Danzig um 17-41, zu einer Zeit, da sie auchin Paris im äußersten Verfall war, so daß ein Gottschedianer, der be-rufene Herr von Grimm, sogar den Parisern in einem Briefe über LaMotte's Omphale die Wahrheit über die Opern eröffnen zu müssenglaubte.

So wenig als die Anfeindung der Oper ursprünglich von Gottschedausgegangen ist, die vielmehr, wie wir früher schon sagten, in sich selbstzerfiel, so wenig war die Begünstigung des französischen Trauerspielssein eigener Gedanke. Als im Jahre 1707 die ehemalige haak'sche oderhofmann'sche Schauspielertruppe unter die Leitung von Joh. Neuberkam, wandte sich dieser und seine Frau, geb. Weißenborn aus Zwickau,hauptsächlich aus Betrieb des braunschweig-blankenburgischen Hofs aufeine Verbesserung des Bühnenwesens und man machte den Beginn mitdem Cid, den schon lauge vorher ein KriegSrath Lange, ein ZeitgenosseBressand's, diesem Hofe zu gefallen übersetzt hatte. Die Neuber wardie erste Schauspielerin, die einen Begriff von Versen und tragischemSpiele hatte, die den Blick besaß, Schauspieler zu wählen, so daß inihrer Truppe die ersten Namen eines Kohlhardt nnd Koch gesunden wer-den, die ein Andenken verdienen; und man muß es ihr zum Ruhmenachsagen, daß sie sich über Gewinnsucht erhob und zu ihrem Schaden