Lcssing.
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geschrieben, das seit Winckelmaiin, Mengs, Lippen, Hagedorn, undHeyne die Welt erfüllte, als es Mode war, von geschnittenen Steinensich zu unterhalten, und Lippert's Daktyliothek für den Schulunterrichtzu empfehlen. Neben der Dramaturgie hat dieses Meisterstück von Ana-lyse und Vortrag die größten Wirkungen unter Lcssing's kritischen Schrif-ten gemacht. Wer Schiller's und Göthe'ö Anssprüche, Theorien undpraktische Folgcleistungen kennt, die sich an den Inhalt des Laokoon an-reihen, der Übersicht auf einmal den Einfluß, den dieses Buch auf dieDichtung und Kritik der Folgezeit ausübte. Nur die Spitzen des In-halts müssen wir einen Augenblick berühren. Der Kern auch diesesWerkes geht auf Reinhaltung der Kunst! die ungeschickte Vergleichungund Mischung von Malerei und Dichtung, die wir bei Breitingcr auchin die deutsche Kritik eingedrungen fanden, gibt den Anhalt für dieUntersuchungen, die Lessing auf den letzten Grundsatz und das höchstePrineip aller Kunst führten, wodurch er, wie Göthe selbst bezeugt, einHalt und Trost für Alle wurde, die nach einem sicheren Boden in ihremKnnstwirken suchten und ihn in Sulzer's Moraltheorie nicht fanden.Den Gesichtspunkt der Reinhaltung der Künste, von dem Lessing nachreifem Nachdenken zwar und doch gleichsam noch divinatorisch ausging,und den die romantischen Neigungen der neuen Zeiten ungemein schwerzu finden oder zu behaupten machten, fand Göthe nach seiner vielfachenKunsterfahrung einzig richtig., Vermischung der Kunstarten war auchihm ein Zeichen des Verfalls. Ec beobachtete wie Lessing, daß die Künsteüberall eine Neigung haben, sich zu vereiuigen und in einander zu ver-lieren ; daß aber gerade darin die Würde und daö Verdienst des ächtenKünstlers bestehe, daß er sein Kunstfach und jede Kunstart aus sichselbst zu stellen und aufs möglichste rein zu halten wisse. Lessing gehtvon einem Satze in Winckelmann's Schristchen über Nachahmung derAltenaus, von dem dieser in der Kunstgeschichte selbst zurückkam, daßdas Hauptkennzeichen der griechischen Skulpturwerke Einfalt und ruhigeGröße sei. Winckelmann kam von Laokoon auf diesen Satz. Wie erden schönen Formen der griechischen Kunst wirklich schöne Natur unter-liegen sah, so dachte er, noch nach den Vorstellungen vom Heroismusder französischen Tragödie, daß es innere Seelengröße sei, was denAusdruck des Schmerzes im Laokon ermäßigte. Lessing entwickelt hierzuerst seine eindringliche Kenntniß antiken Geistes, und beweist aus denalten Dichtern, daß in der Vorstellung des Griechen Schrei des Schmerzesund Seelengröße wohl verträglich seien. Wie wenig überflüssig damalsdergleichen Nachweisungcn waren, beweist sich daher, daß selbst HerderGcrv. d. Dicht. IV. Bv. 21