Druckschrift 
4 (1853)
Entstehung
Seite
283
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und weltlichen Moral, und der Kritik. Wieland. 283

Beobachtungen, um den trägen Schach zum Nachdenken und zur Thä-tigkeit zu bringen. Gleich Anfangs, wo in einer Episode jene obener-wähnten Gesetze des Psammis angeführt werden, die in einem kleinenVölkchen idyllischen Glückstand begründet hätten, macht der Jman aufden Geist der Weichlichkeit aufmerksam, der in diesen Gesetzen liege, undauf das Schädliche der Erzählungen solcher Zustände, die nicht auf po-litische Zustände von größerem Schnitte paßten; er wird mit Sophis-men abgewiesen, obwohl man sogleich zweifelt, wer hier eigentlich derWeise ist. In dem eigentlichen Gegenstände, der Geschichte der Königevon Scheschian, wird erzählt, wie eine willkührliche launenhafte Regie-rung einen Staat an den Rand des Abgrunds bringt, weil die Grund-feste versäumt war, auf die jeder Staat gebaut sein sollte, die Zufrieden-stellung der untersten Klassen. Es bereuet sich eine Umwälzung vor, dieRousseau'schen Begriffe von Menschenrechten und von Staatsverträgentreten herein, in denen der Prinz Tifau erzogen ist, der Revolutionsheld,der ersthin in der Einsamkeit erzogen, mit einem Landmädchen vermählt,nun den anarchischen Staat neu einrichtct und zu einem wahren Idealeumbildet. Wer sollte es denken, in dem Spötter der religiösen und mo-ralischen Ideale hier wieder einen so eifrigen politischen Idealisten zufinden, der in ganzem Ernste sagen mag, daß ihm nichts wahrscheinlichersei, als daß ein Dutzend Don Quirote, die nur mit etwas gesünderemKopfe als dieser aus die Feinde des Menschengeschlechts losgingen, dieGestalt unsrer Welt binnen einem Menschenalter mächtig ins Bessereverändern würden! der es unmöglich glaubt, daß unter allen künftigenRegenten sich nicht Einer finden sollte, dem es ein unerträglicher Ge-danke wäre, den Charakter des Tifan ein bloßes Ideal bleiben zu las-sen! Dieses Tifan! der es in 10 Jahren dahin bringt, daß in einemVolke von 30 Millionen jeder Kaufmann Gewissen, die Gelehrten Men-schenverstand, die Priester Verträglichkeit hatten«, s. w-, Alles durchphilosophische Gesetze und gute praktische Erziehung! Der gute SchachGebal meint in aller Gemüthsruhe, daß der Prinz Tifan der phanta-sirte Held eines Romans sei, oder daß er ein bischen hätte Heren müs-sen; er wundert sich über diesen sonderbaren Kameraliften, der aus sei-nem Staate eine Kaninchenhecke machte, die die Bevölkerung in hundertJahren auf das Doppelte treiben sollte; und so geht von ihm aus überalldie Stimme des gesunden Menschenverstandes, auf dessen Seite Wielandsonst so gerne steht, die aber hier durchaus in Schatten gestellt wird, woden gutmüthigen Politiker die Erscheinung des Kaiser Joseph sichermachte, daß sein Tifan kein Traumbild und kein Ideal sei! So