u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. — Preußens Theilnalunc ie. 233
und Heinse eingeleitet, die mit Gleim's misanthropischer Laune und hy-pochondrer Stimmung so zusammenhängen, wie Jaeobi und Schmidtmit seiner heiteren. Er theilt sich also zwischen seine Freunde, und wiewir bei diesen beiden Hälften finden, daß die friedlichen und sanften da-von der älteren Zeit, die unruhigen, die ans den Strängen schlagen, derneueren angehöreu, so meinten wir eben dasselbe in den zwei gegensätz-lichen Hauptseiten von Gleim's Charakter und Poesie zu beobachten.
Joh. Benjamin Michaelis (aus Zittau 1746— 72) hat wieGleim noch Verhältniß zu den Bremer Beiträgen!, unter denen er Gel-iert ehrte und hörte; auch zeigen seine ersten Versuche, die Fabeln, Lie-der und Satiren (1768) schon den Gattungen nach auf Gellert undLafontaine, auf Canitz und Boilean zurück. Leider nagte schon seit dieserZeit eine Krankheit an ihm, die ihn bald wegraffte, und eine dürftigeEristenz drückte ihn zu Boden, aus der ihm Lessing zu helfen suchte, in-dem er ihn als Theaterdichter der seyler'schen Gesellschaft empfahl, undaus der ihn Gleim rettete, als diese Truppe verfiel. Er war also wieHeinse nur hercingezogen in den halberstädtischen Kreis und paßte auchnicht dazu. Klamer Schmidt scheute wenigstens seine Hypochondrie;auch seine Verse wurden hie und da dunkel gesunden und seine Archais-men von diesem glatten Geschmack der Halberstädter, der überall auf derHeerstraße blieb, getadelt. Aber Voß, dem er hierin ähnelt, prieß ihndafür; und wie wenig er dem Wesen nach, gleich den übrigen Anhän-gern von Uz und Gleim, sich Wieland nähert, den er zwar in seinemFreund Jaeobi hoch verehrt, liegt schon darin, daß ihn Voß geradezuWieland entgegensetzt ''0). Der Ton seiner Dichtung ist auch überallganz verschieden. Man schlage nur ein Gedicht auf, wie die Küsse,welche andre Gluth hier herrscht! Man sehe in seinen Episteln undSatiren, wo er überall feuriger, kräftiger, lebhafter, malerischer ist alsirgend Einer dieses Vereines; die Verse sind freier gebaut, Allesschwungreicher und leidenschaftlicher. Er hat nur Verhalt zu Gleim'sunmittelbarer Naturdichtung, zu seinem Landsmann Kretschmann, zuden Barden, zu denen er vielfach hinneigt, zu Gleim's, Löwen's oderBürger's Volkston, wie man z. B. aus dem rhapsodischen Gang der
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des edlen Jünglings dieses entnervte Volk,das Wieland'S Buhlgesängen horchet,DanienS Königen Klopstock's Lied schenkt.— Keinem Lotterbuben sröhnenkönnt er, noch betteln im Fürstenvorsaal.